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Technische Analyse: Bitcoin (BTC) – Das Warten auf das neue Allzeithoch

Während Bitcoin (BTC) zuletzt Rekorde verzeichnete, stellte sich die Kursmarke bei 19.500 USD als Endgegner vor einem neuen Allzeithoch heraus. Doch warum konnte das neue Allzeithoch nicht schon im ersten Anlauf gelingen? Und kommt das neue Allzeithoch noch dieses Jahr?

Der rapide Anstieg des Bitcoin (BTC) nach einem Sturz von 12.000 USD Ende August 2020 auf zeitweise weniger als 10.000 USD sorgte – verständlicherweise – für eine Menge Spotlight. Die größte Kryptowährung der Welt kam dabei in der zurückliegenden Woche dem Allzeithoch aus dem Dezember 2017 bei 19.666 USD so nahe wie nie. Ein Drei-Jahres-Hoch konnte bei 19.490 USD so markiert werden.

Der Verkaufsdruck bei 19.500 USD schien aber zu viel für die Bullen im Markt. Am 26. November 2020 ging es so binnen 24 Stunden um mehr als 8 Prozent in die Tiefe, was einem Wertverlust von mehr als 1.700 USD entspricht. Das Tief lag dann bei 16.218 USD, was eine aufsteigende Unterstützungslinie und die Wochenunterstützung bei 16.173 USD auf den Plan rief. Doch wie kam es zu dem Verkaufsdruck bei 19.500 USD, wenn es doch immer heißt, dass „niemand bei solchen Preisen verkaufen würde“ und angeblich sogar institutionelle Investoren FOMO hätten?

Warum stürzte der Bitcoin ab?

Nun, eines gleich vorweg: institutionelle Investoren, Whales und andere Marktteilnehmer aus der Kategorie „Smart Money“ bekommen kein FOMO. Die Angst, etwas zu verpassen, ist auch unangebracht bei diesen Investoren. Denn Smart Money investiert nicht aus Spaß an der Freude oder irgendwelchen kurzfristigen Gewinnaussichten. Smart Money investiert um zu gewinnen. Und dabei haben Emotionen einfach keinen Platz, denn sie stünden dem nur im Weg.

Nun aber zur eigentlichen Frage: Warum stürzte der Bitcoin Kurs bei 19.500 USD ab? Nun, das hat in der Tat mit Smart Money zu tun, genauer gesagt BTC Whales. Also die Kategorie an BTC Investoren, die 1.000 BTC oder mehr ihr Eigen nennen dürfen. Und diese Investoren verlagerten vor dem Preissturz mehr als 93.000 BTC auf Wallets der Kryptobörsen. So zumindest sagt das IntoTheBlock auf Twitter.

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On-Chain Analysen zeigen also, dass BTC Whales massive Mengen an Bitcoin zu den Kryptobörsen transferierten und auch verkauften. So sollen Gewinnmitnahmen in Höhe von ca. 1,5 Mrd. USD zustande gekommen sein. Der durchschnittliche Verkaufspreis lag dabei bei 17.000 USD. Das erklärt natürlich einiges. Denn der Anstieg von unter 10.000 USD auf das Drei-Jahres-Hoch kam nicht wegen Retail-Anlegern zustande, sondern wegen Smart Money.

Teile der Investoren aus der Smart Money Kategorie hatten also ein Preisziel erreicht. Diese Investoren kümmern sich nicht um Allzeithochs oder Rekorde. Es zählt einzig und allein der Gewinn bei vorher definierten Preiszielen. Und wenn Smart Money teilweise Liquidität aus dem Markt zieht, dann stürzt der Preis nun mal ab. Da wir jetzt Geschehnisse und Hintergründe erörtert haben, können wir uns endlich den Chart widmen. Und der Frage: Sehen wir noch 2020 ein neues Allzeithoch?

Der Monatschart signalisiert ein unschönes Szenario

Fangen wir doch direkt im Monatschart an mit einer Erkenntnis, welche die meisten Marktteilnehmer wohl nicht hören wollen. Wie wir sehen können, zeigt die aktuelle Monatskerze einen langen Kerzendocht nach oben. Solcherlei Kerzendochte hatten wir schon öfter, besonders 2017,2018 und 2019. In keinem einzigen dieser historischen Fälle stieg der Markt danach stark an. Eher im Gegenteil. Dies lässt die Vermutung zu, dass sich der BTC Preis eventuell an einem Wendepunkt befindet.

Bitcoin (BTC) im Monatschart

Quelle: Tradingview

Die aktuelle Monatskerze hat aber noch ein wenig Laufzeit, weswegen wir keine voreiligen Schlüsse ziehen sollten. Deshalb werfen wir auch gleich noch einen Blick in den Wochenchart, für ein wenig mehr Details. Denn recht viel mehr Erkenntnisse liefert uns der Monatschart nicht.

Bitcoin (BTC) im Wochenchart

Quelle: Tradingview

Der Wochenchart macht deutlich, dass 17.142 USD eine wichtige Kursmarke ist. Die Unterstützung von 16.173 USD ist mit dem tief der aktuellen Wochenkerze bestätigt worden. Die Unterstützung von 17.142 USD muss erst noch bestätigt werden in diesem Zeitraum. Ein Wochenabschluss unterhalb dieses Preisniveaus wäre kein Beinbruch, aber ein verstauchtes Fußgelenk. Zudem stellt die Wochenkerze eine sog. Inside Bar dar, was auf eine Schwäche in der Trendbewegung hinweisen könnte.

Im Tageschart bekommt Bitcoin zwei Möglichkeiten

Der Tageschart sieht bis auf den jüngsten Preissturz recht positiv aus. Ja, die große rote Kerze ist jetzt kein erfreulicher Anblick, aber der lange Kerzendocht nach unten zeigt uns zumindest absorbierten Verkaufsdruck. Das sehen wir auch bei den Folgekerzen. Zudem sehen wir die steigende Unterstützungslinie, welche selbst die obere Begrenzung eines breiter werdenden Keils markiert. Leider sehen wir aber auch, dass 17.142 USD gegenwärtig noch nicht wieder zurückerobert werden konnte.

Bitcoin (BTC) im Tageschart

Quelle: Tradingview

Ohne weitere, technische Signale bleiben zwei Szenarios:

  1. Die Bullen im Markt wuppen den Preis zurück über 17.142 und womöglich sogar ~17.600 USD.
  2. Der Verkaufsdruck nimmt zu und das bärische Momentum drückt den Preis weiter in die Tiefe.

Szenario 1 ist leicht nachzuvollziehen und ein Preisziel könnte zunächst bei 17.600, im weiteren Verlauf gar 18.462 USD liegen. Szenario 2 ist hingegen „tricky“. In jedem Fall führt bärisches Momentum zu einem Fall zurück in den breiter werdenden Keil. 16.173 USD kann auch nicht ewig halten. Ein womögliches Preisziel wäre dann 15.500 bzw. 15.000 USD. Dies ist eine Zone, in der viele Käufer scheinbar ihre Orders liegen haben. Eine tolle Zone also, um ordentlich Momentum nach oben zu gewinnen.

17.142 ist der womögliche Entscheidungspunkt für BTC

Die Kryptomärkte sind am Wochenende irgendwie anders. Unter Analysten und Tradern wird dabei oft gesagt, dass gar „magische“ Dinge passieren. Und irgendwie stimmt es auch, denn am Wochenende unterliegen die Kryptomärkte keinen Einflüssen der traditionellen Finanzmärkte. Das macht die Kurse zeitgleich aber auch weniger berechenbar. Dennoch zeigt uns der 4-Stunden-Chart einige hilfreiche Signale. Erstens prallte der Preis von Bitcoin zuletzt schön von der auftsteigenden Unterstützungslinie ab. Zweitens bilden die aufsteigende Unterstützungslinie und die horizontale Linie bei 17.142 USD ein tolles Dreieck. 

Bitcoin (BTC) im 4-Stunden-Chart

Quelle: Tradingview

Ohne weiter auf die Eigenschaften der verschiedenen Triangeln eingehen zu wollen, könnte das Dreieck auf eine Fortsetzung hindeuten. Das bedeutet, dass der Trend weitergeht. Bitcoin befindet sich übergeordnet im Aufwärtstrend und im kleineren Rahmen – aktuell – in der Korrektur. Deshalb haben wir auch hier wieder die beiden denkbaren Szenarien aus dem Tageschart. Entweder die Bullen schaffen es zu einem Test bei ~17.600 USD oder die Bären übernehmen erneut und drücken auf 15.000 bis 15.500 USD.

Schlusswort

Der Bitcoin Kurs befindet sich an einem wichtigen Punkt. Einerseits spricht der historische Verlauf und ein eventuell langer Kerzendocht nach oben im Monatschart für eine denkbare Preisumkehr. Andererseits gilt der Markt nach wie vor als bullisch, das Sentiment als extrem gierig. Kaufdruck kann also praktisch zu jeder Zeit erneut einsetzen und den Preis mit ordentlich Momentum wieder Richtung neues Allzeithoch pushen.

Ob dieses neue Allzeithoch noch im laufenden Jahr 2020 zustande kommt, wissen wir nicht. Aber es ist denkbar, gut denkbar. Vor allem auch, wenn wir den Marktzyklus betrachten und den historischen Verlauf von 2016/2017. Eine Garantie ist das aber nicht, denn heute wird der BTC Preis von anderen Faktoren getrieben, also noch vor 3 bis 4 Jahren.

Disclaimer: An dieser Stelle sei erwähnt, dass sämtliche, gemachte Angaben ausdrückliche keine Finanzberatung oder Ermutigung zu irgendwelchen Investitionen darstellen. Vor dem Kauf von Kryptowährungen bzw. der Eröffnung von Handelspositionen ist immer eigene Recherche zu betreiben. Der Handel mit Kryptowährungen birgt ein hohes Verlustrisiko und es sollte daher nie mehr Kapital eingesetzt werden, als beim Verlust verschmerzt werden kann. Wir nutzen für unsere Analysen Tradingview.

Thomas Schmied
Über den Autor

Thomas Schmied ist freier Autor, Journalist, Ghostwriter, Schreibcoach & Kommunikationsberater seit 15 Jahren. Kurzum: Thomas ist jemand, der mit Worten umgehen kann. Zeitgleich ist er aber auch begeistert von Daten, Zahlen und Programmcode.

Diese Leidenschaften führten ihn von zahllosen (Fach-)Texten zu allgemeinen Wirtschaftsmeldungen. Schnell ging es von dort zu Finanznachrichten und der Börse. In die Börse verliebt, gab sich Thomas dem Trading hin. Über die Begeisterung für das Programmieren und die Börse war der Weg in die Krypto-Szene nicht mehr weit.

Heute verbindet er seine Vorlieben miteinander: Er tradet Krypto-Assets, er schreibt über Krypto-Themen und arbeitet nebenbei noch an Entwicklungsprojekten aus der Kryptobranche mit.

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Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

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