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Technische Analyse: Bitcoin (BTC) – Korrektur oder Allzeithoch?

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Lediglich 59 Tage dauerte es, bis der Bitcoin (BTC) von zeitweise unter 10.000 USD auf nunmehr über 15.000 USD anstieg. Zuletzt scheint die größte Kryptowährung der Welt keine Grenzen mehr zu kennen, doch der Schein könnte trügen.

Die erstgeborene, dezentrale Kryptowährung Bitcoin (BTC) setzt seinen Anstieg seit einem zeitweisen Sturz unter 10.000 USD fort. Das aktuelle Jahreshoch steht nun bei 15.968 USD und Anstieg könnte insgesamt noch nicht vorbei sein. Das Allzeithoch bei 19.666 USD mag zwar greifbar wirken, aber es gibt berechtigte Zweifel daran, dass der aktuelle Anstieg des BTC diese historische Marke erreichen oder gar brechen könne.

Kommt denn nun das Allzeithoch bei BTC oder nicht?

Bitcoin bei über 20.000 USD. So lautet der Traum der allermeisten Marktteilnehmer und zugegeben: auch wir hätten da nichts dagegen einzuwenden. Doch das gegenwärtige Allzeithoch aus dem Dezember 2017 ist nach wie vor unerreicht, geschweige denn übertroffen. Dass es dazu kommen wird, steht praktische außer Frage. Wann und wie sind dagegen die Fragen, welche es zu beantworten gilt. Um ehrlich zu sein: Niemand weiß genau wann das aktuelle Allzeithoch gebrochen werden wird. Auch weiß niemand wo das neue Allzeithoch liegen wird.

Sicher ist nur, dass basierend auf den historischen Verläufen der Marktzyklen bei Bitcoin (BTC) ein neues Allzeithoch im Jahr 2021 als wahrscheinlicher gilt, als noch 2020. Auf der anderen Seite wurde der BTC Preis in der Vergangenheit (2012/2013 und 2016/2017) von Retail-Investoren und Tradern angetrieben. Heute sind wir bei Big und Smart Money. Eine Verkürzung oder gar Verlängerung des Marktzyklus sind daher denkbar. Aber wenden wir uns doch im Folgenden dem Hier und Jetzt zu und einem Abstand zum Allzeithoch von über 23 Prozent.

Ein bullischer Wochenchart und ein breiter werdender Keil

Allzu viele Neuigkeiten rundum Bitcoin (BTC) gab es in der jüngsten Vergangenheit nicht. Es wäre auch kaum auszumalen was wohl geschehen würde, wenn bei einem Preis von über 15.000 USD die nächste Sensationsinvestition à la Paul Tudor Jones, MicroStrategy oder Square geschehen würde. Jedenfalls sehen wir im Wochenchart einen stark bullischen BTC Preisverlauf, der einen breiter werdenden Keil nach oben hin durchbrach.

Bitcoin (BTC) im Wochenchart

Quelle: Tradingview

Ein breiter werdender Keil gilt als Fortsetzungssignal. Der Zeitpunkt des dadurch erwartbaren, bullischen Ausbruchs aber scheint verfrüht. Nichtsdestotrotz stand der Preis pro Bitcoin – zum Zeitpunkt dieser Analyse – bei 15.487 USD. Auch können wir sehen, dass bis zum Allzeithoch bei 19.666 USD lediglich noch drei potenzielle Widerstandszonen existieren. Ob diese Widerstände aber überhaupt als solche zählen, ist völlig unklar. Wir hatten nie Gelegenheit einen Test zu beobachten.

Noch mehr Chartmuster für Bitcoin im Tageschart

Am wahrscheinlichsten für echten Widerstand gilt noch 16.173 USD, weil diese Kursmarke aus dem Monatschart stammt. Danach sprechen wir „nur“ noch von Zonen aus dem Tageschart, fast 3 Jahre zurückliegend. Wo wir gerade vom Tageschart sprechen: Der Bitcoin zeigt einige interessante Chartmuster. Erstens, den gerade angesprochenen, breiter werdenden Keil aus dem Wochenchart. Zweitens aber auch einen kleineren, ebenfalls breiter werdenden Keil aus dem Tageschart. Und die obere Begrenzung des ersten Keils bildet zusammen mit der unteren Begrenzung des zweiten Keils einen aufsteigenden Keil (in Grün markiert)!

Bitcoin (BTC) im Tageschart

Quelle: Tradingview

Ansonsten sehen wir im Tageschart natürlich auch eine Vielzahl an potenziellen Unterstützungen und Widerständen. Aber auch hier gab sich Bitcoin (BTC) nach 11.658 USD nicht mehr allzu viel Mühe, diese Zonen überhaupt zu testen. Das bullische Momentum brach zahlreiche Widerstandszonen relativ mühelos und bärische Re-Tests sind außer Mode gekommen, wie es scheint. Ebenso wie das Befolgen klarer, technischer Signale wie z.B. bärischer Divergenzen im Money Flow Index (MFI).

Bitcoin (BTC) im Tageschart

Quelle: Tradingview

Es braucht keine Analysten mit Jahrzehnten an Erfahrung, um zu erkennen, dass der Preisanstieg eine Korrektur nötig hätte. Doch die Marktteilnehmer sind aktuell wohl noch zu sehr mit (irrationalem) Kaufen beschäftigt, als dass Marktstruktur und -zustand eine Rolle spielen würde. Jedenfalls gibt es  mögliche Anzeichen für eine Korrekturbewegung, worauf wir im Folgenden näher eingehen möchten.

Gibt es nur bärische Szenarien?

Nein, natürlich gibt es denkbare, bullische Szenarien. Ein Ausbruch über 16.173 & 17.142 USD mit anschließend positiver Bestätigung als Unterstützung, würde beispielsweise jedes bärische Szenario (welches wir sehen können) sehr unwahrscheinlich werden lassen. Doch wir sehen diese Wahrscheinlichkeit des Brechens beider Kursmarken als recht gering. Die Gründe hierfür sind dabei recht simpel.

Erstens sehen wir zum ersten Mal seit dem aktuellen Anstieg ein deutliches Umkehrsignal auf dem Tageschart. Zweitens muss es zwangsläufig auch in irrationalen Marktsituationen irgendwann zu Gewinnmitnahmen kommen. Und dieser Punkt könnte für Bitcoin nun gekommen sein. Zudem wäre eine Korrektur einfach nur gesund für den Markt. Nie vergessen: Was hoch hinauf steigt, kann tief fallen!

Eine Korrektur für Bitcoin und ein möglicher Verlauf

Auf dem 4-Stunden-Chart sehen wir eine weitere, bärische Divergenz im MFI Indikator. Wenn wir bedenken, welche Widerstände bisweilen nicht als Unterstützungen getestet wurden, dann müssen wir unweigerlich unseren Blick auf 12.300 USD und Kursmarken darüber richten. Auch besuchte der Bitcoin Kurs nicht das 61,80 % Fibonacci Level, welches nahe an 12.300 USD liegt. Die Ausrufezeichen auf dem Chart geben mögliche Stationen innerhalb der Korrekturbewegung an.

Bitcoin (BTC) im 4-Stunden-Chart

Quelle: Tradingview

Wir sehen aber auch das 38,20 % Fibonacci Level nahe der scheinbaren Unterstützung bei 13.880 USD (ein Hoch aus dem Jahr 2019). Dieses Preisniveau wurde bereits getestet und könnte als Ausbildung eines höheren Hochs dienen. Zudem markiert auch 38,20 % einen beliebten Umkehrpunkt für den Preis. Dennoch: eine tiefere Korrektur würde wohl zu mehr „Buy the Dip“-Verhalten führen und demnach einen darauffolgenden Anstieg umso mehr mit Momentum anreichern.

Stundenchart zeigt kurzfristige Korrekturziele

Der Stundenchart ist übrigens äußerst interessant. Denn die auf den kleineren Zeitraum angepassten Fibonacci Retracements, zeigen das 38,20 % und das 61,80 % Fibonacci Level in der Nähe der beiden oberen Begrenzungen der breiter werdenden Keile. Was ein Zufall, nicht wahr? Deshalb könnten wir eine erste Zwischenstation des BTC Preises in einer beginnenden Korrekturbewegung bei 14.918 USD sehen.

Bitcoin (BTC) im Stundenchart

Quelle: Tradingview

Im weiteren Verlauf könnte dann 14.270 USD zum Tragen kommen. Ein Fall unter dieses Preisniveau triggert dann wahrscheinlich den Verlauf aus dem 4-Stunden-Chart. An dieser Stelle nochmal der Hinweis, dass ein bullischer Ausbruch über 16.173 & 17.142 USD höchstwahrscheinlich diese Szenarien hinfällig machen würde.

Schlusswort

Der Bitcoin (BTC) bricht momentan Rekorde und schreibt seine Erfolgsgeschichte weiter fort. Mehr als 100 Tage verweilt der Preis nun oberhalb von 10.000 USD (gemessen an Tagesabschlüssen) und wir erreichten die höchsten Wochen- und Monatsabschlüsse seit 2018. Der Bullenmarkt scheint also unbestreitbar. Auf der anderen Seite kommt es aber selbst in diesen Bullenmärkten zu Korrekturen. Ja, auch 2016 und 2017 korrigierte der Preis, selbst im finalen Anstieg zum Allzeithoch!

2020 war bisher ein spannendes Jahr für Krypto. Und mit weiterhin nicht entschiedenen US-Präsidentschaftswahlen, drohenden Klagen vor dem höchsten Gericht der USA bzgl. dieser Wahlen und neuen Konjunkturpaketen wegen der anhaltenden Covid-19-Pandemie, scheint 2020 auch weiterhin spannend zu bleiben. Und es scheint nicht übertrieben zu behaupten, dass auch 2021 spannend werden dürfte. In diesem Sinne ein schönes Wochenende und bis zur nächsten technischen Analyse hier bei Hallo Krypto!

Die Analyse wurde am 7. November 2020 erstellt.

Disclaimer: An dieser Stelle sei erwähnt, dass sämtliche, gemachte Angaben ausdrückliche keine Finanzberatung oder Ermutigung zu irgendwelchen Investitionen darstellen. Vor dem Kauf von Kryptowährungen bzw. der Eröffnung von Handelspositionen ist immer eigene Recherche zu betreiben. Der Handel mit Kryptowährungen birgt ein hohes Verlustrisiko und es sollte daher nie mehr Kapital eingesetzt werden, als beim Verlust verschmerzt werden kann. Wir nutzen für unsere Analysen Tradingview.

Thomas Schmied
Über den Autor

Thomas Schmied ist freier Autor, Journalist, Ghostwriter, Schreibcoach & Kommunikationsberater seit 15 Jahren. Kurzum: Thomas ist jemand, der mit Worten umgehen kann. Zeitgleich ist er aber auch begeistert von Daten, Zahlen und Programmcode.

Diese Leidenschaften führten ihn von zahllosen (Fach-)Texten zu allgemeinen Wirtschaftsmeldungen. Schnell ging es von dort zu Finanznachrichten und der Börse. In die Börse verliebt, gab sich Thomas dem Trading hin. Über die Begeisterung für das Programmieren und die Börse war der Weg in die Krypto-Szene nicht mehr weit.

Heute verbindet er seine Vorlieben miteinander: Er tradet Krypto-Assets, er schreibt über Krypto-Themen und arbeitet nebenbei noch an Entwicklungsprojekten aus der Kryptobranche mit.

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