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Krypto-Fachbegriffe und Abkürzungen – Teil 3

Willkommen zum nächsten Abschnitt unserer Fachbegriffe- und Abkürzungen-Tour durch das Kryptoversum. Wir haben vorletzte Woche über Währungen, Geld, Zahlungsmittel, Coins und Token (und die Unterschiede) gesprochen und in der letzten Woche so einige honorige Ausdrucke geshillt, z.B. AML, ATH, DYOR, FOMO, FUD, HODL, KYC und SAFU.

Wem jetzt noch nicht schwindlig ist, dem servieren wir heute noch ein paar mehr – wobei wir uns wieder von reinen Abkürzungen wie BTFD, ROI und SoV entfernen und zurück zu den Fachbegriffen kommen.

Also: Auf geht’s, steigen wir wieder hinab in den Kaninchenbau …

Das mit dem Kaninchenbau ist schon auch so eine Bitcoin-Spezialität, kommend vom englischen „down the rabbit hole“ – weil das ganze Thema Bitcoin so vielschichtig ist, kommt man sich vor, als ob man in einen Kaninchenbau mit seinen Hunderten von Verzweigungen, Verästelungen und Sackgassen steigt. Irgendwer hat mal mit dem Vergleich angefangen und seitdem ist es ein Synonym für die Reise in und durch Bitcoin-Welt.

Der Bitcoin-Entwickler und Autor Gigi hat seine Erlebnisse in seinem Buch „21 Lektionen – Meine Reise in den Bitcoin Kaninchenbau“ zusammengestellt. Lesenswert. Auch zu Weihnachten vielleicht eine ganz gute Geschenkidee … weitere Buchtipps findet ihr übrigens auf der Links-Seite von Hallo Krypto!.  

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass die Krypto-Reise niemals endet – es gibt immer wieder etwas Neues zu lernen. Mein Weg verlief bislang zudem alles andere als geradlinig – von Bitcoin kommend kam ich auf der Reise vorbei an allerlei #Scams und #Hoax, vor allem in der heißen Phase 2017/18.  

Hoax? Scam? Shitcoin? It’s a jungle out there!

Ja, das darf man nicht verschweigen, wenn man über Kryptowährungen spricht – es wird schon viel Abzocke betrieben. Das funktioniert aus zwei Gründen besonders gut: Gier und Unwissenheit – trifft man diese Eigenschaften bei einem Menschen an, ist er geneigt, auch den haarsträubendsten Versprechungen zu glauben und all sein Geld (plus das seiner Familie, Freunde und sonstigen Bekannten) herzugeben. 

Wie famos das im großen Stil klappen kann, zeigt OneCoin, ein Scam (= Betrug) mit allein 60.000 geprellten „Investoren“ allein in Deutschland. Die Frankfurter Rundschau hat in einem ausführlichen Artikel darüber berichtet.  

Gegen OneCoin kommen Aktionen wie die im Juli 2020 über gehackte Twitter-Accounts von Prominenten wie Barack Obama, Elon Musk oder Kim Kardashian verbreitete Falschmeldung (= engl.: Hoax) nahezu banal daher. Man muss schon ziemlich leichtgläubig (und gierig) sein, um auf ein Versprechen wie dieses hereinzufallen:

„Ich möchte meiner wegen Covid-19 Community etwas zurückgeben! Alle Bitcoin-Einzahlungen, die zu der u.g. Adresse gesendet werden, werden verdoppelt zurückgeschickt. Wenn du 1.000 USD schickst, bekommst du 2.000 USD zurück. [Public Key] Nur die nächsten 30 Minuten! Viel Spaß.“

Man möchte meinen, dass darauf niemand reinfällt. Leider doch – auf die in den Tweets genannten Adressen wurden deutlich über 100,.000 USD in Bitcoin geschickt. Das war für Twitter kein besonders guter Tag, denn möglich wurde das erst dadurch, dass die Twitter-Benutzerkonten der Promis gehackt wurden. Hier zwei Artikel auf SPIEGEL Online und tagesschau.de dazu.

Ich werde mich den unterschiedlichen Betrugsarten und Schweinereien, die im Zusammenhang mit Kryptowährungen auftreten, demnächst in einem eigenen Artikel widmen und beleuchten, was es z.B. mit Ponzi- und Pyramiden-Systemen, mit Exit-Scams und Phishing-Attacken so auf sich hat. Derweil ist vielleicht mein auf CryptoMonday erschienener Artikel „Reich werden mit Bitcoin? Don’t trust – verify!“ interessant …

Viel Betrug gab es vor allem im Hype 2017/18, als man nur ICO (= Initial Coin Offering, die erstmalige Ausgabe von Coins/Token – eine Art der Unternehmensfinanzierung, bei der die Investoren keinen Anspruch auf etwas (und auch keinen Anteil an etwas) erwerben, sondern rein auf den steigenden Kurs des Assets spekulieren) sagen musste und quasi umgehend mit Geld beworfen wurde. Dass das nicht gesund sein konnte, hat sich spätestens im Kryptowinter von Mitte 2018 bis Mitte 2020 gezeigt. Trotz technischer Weiterentwicklung und ersten Erfolgen – die Investoren waren teilweise nicht bereit, neues Geld nachzuschießen, um die laufenden Kosten für Räume, Personal und Wachstum zu bezahlen – woran so manches Projekt eingegangen ist. 

Noch ein paar Fachbegriffe und Abkürzungen – in aller Kürze 

Bücher wie das oben genannte haben ja irgendwie was beständiges, wertiges. Aber sie eignen sich nur bedingt – anders als zum Beispiel Bruder Bitcoin – zum Wertspeicher, auch bekannt als Store of Value (SoV). So werden Anlagegüter genannt, die keine oder zumindest einen nur sehr geringen Wertverlust haben, idealerweise steigt ihr Wert im Laufe der Zeit sogar. Dazu zählen beispielsweise auch Oldtimer, Kunstwerke und auch Gold. Minimalziel ist, der Inflationsrate ein Schnäppchen zu schlagen und einen Wertverlust zu verhindern. Wertsteigerungen werden dabei wohlwollend in Kauf genommen, die dann (hoffentlich) alsbald zum positiven ROI, zum Return on Investment führen.

Der ROI in einfachen Worten: Das eingesetzte Kapital soll Erträge erwirtschaften, dann ist der ROI positiv. Ein Beispiel: bei 5% Zinsen auf 100 Euro eingesetztes Kapital ist der ROI erst dann positiv, wenn auch die Kaufkosten (z.B. Bankgebühren) in Höhe von 4,50 Euro eingespielt sind – in diesem Beispiel ist das so, der ROI beträgt 0,5%. Aber nun Schluss mit Finanztheorie, das macht keinen wirklichen Spaß – der knochentrocken geschriebene Wikipedia-Artikel zum ROI beispielsweise verdirbt jedem Leser fast die Lust am Lesen.

Viel mehr Spaß macht es ja, wenn man ein Schnäppchen machen und sich einen Coin zu einem super Kurs kaufen kann. Es geht ja immer hoch und runter, und manchmal sind das deutliche Abschwünge, bei denen sich der Einstieg besonders lohnt. Die nennt man Dip – ja genau, wie beim Nacho, den man in die Soße tunkt und wieder nach oben zieht. Natürlich gibt es auch dafür einen Hashtag: #BTD oder auch #BTFD – „Buy the Dip“ bzw. „Buy the F***ing Dip“, sprich „Kauf den (verdammten) Dip“. Aber Vorsicht – vielleicht ist es kein Dip und der Kurs kommt nicht wieder hoch – deswegen gilt ja #DYOR – na, wer weiß noch, wofür das steht? 

Miner sind keine Bergleute 

Also, schon, normalerweise – aber eben nicht nicht im Kryptowährungs-Kontext. 

Eine der häufigsten Fehlinterpretationen, die es im Kryptowährungs-Umfeld gibt, kommt bei PoW-Coins vor. #PoW steht für „Proof of Work“, also den „Nachweis von Arbeit“ – und ganz nebenbei ist genau dieses PoW ein elementarer Bestandteil des Konsensmechanismus von Bitocin. Diese Arbeit wird im Fall von Kryptowährungen Mining genannt, also „Bergbau betreiben“ oder „schürfen“ – was von der Definition her zwar hinkommt (Miner betreiben Mining, um Bitcoin zu erhalten), aber trotzdem ist das entstehende Bild zu einfach. So leid es mir tut – Bitcoin-Mining hier en detail zu erklären, geht zu weit, das ist ein Thema für sich. In unseren Workshops erklären wir das Funktionsprinzip einer Blockchain, da tauchen wir etwas tiefer ein.

So. Das soll es erstmal gewesen sein. In der nächsten Woche ist ein anderes Thema dran. Wenn die eine Abkürzung oder der eine Fachbegriff, die ihr unbedingt mal erklärt haben wolltet, jetzt nicht dabei war – kommt in unsere Facebook– oder Telegram-Gruppe und fragt einfach, wir helfen gern. 

 

Über den Autor

Rolf Leder wurde 1972 in Hamburg geboren, wohnt aber seit rund 10 Jahren in der Nähe von Karlsruhe. Er ist einer der Gründer von Hallo Krypto! und geschäftsführender Gesellschafter der QualitiKs GmbH, einer Unternehmensberatung im Customer Service- und IT-Umfeld.

Rolf sorgt als Unterehmensberater hauptberuflich dafür, dass bei IT-Projekten die Anwender, die Fachanforderer und die IT eine gemeinsame Sprache finden. Mit Bitcoin, Kryptowährungen und der Blockchain-Technologie beschäftigt er sich seit 2016/17, zuerst aus privatem Interesse, seit 2019 gibt er sein Wissen in den Hallo Krypto!-Workshops weiter.

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