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Hallo Krypto! Chart-Analyse: Ethereum (ETH) – die zweitgrößte Kryptowährung blickt Kurswachstum entgegen

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Ethereum (ETH) pumpte zuletzt heftig und legte eine Rally auf über 400 USD hin. Seit diesem Hoch vom 02. August allerdings geht es mit dem Preis eher wieder abwärts. Hat ETH ein Top erreicht oder sehen wir demnächst 459 USD oder auch mehr?

Wenn Menschen am Trading interessiert sind, dann interessieren sie sich meistens für Charts und technische Analysen. Doch manchmal lohnt es sich ein wenig mehr aus Sicht der fundamentalen Begebenheiten an ein Asset heranzugehen. Ethereum (ETH) bietet sich dafür förmlich an, vor allem auch aufgrund von Decentralized Finance (DeFi). Denn diese junge, schnelle aufstrebende Branche basiert immer noch größtenteils auf dem Ethereum-Netzwerk.

Das bedeutet natürlich nicht, dass wir die technischen Betrachtungsweisen außer Acht lassen sollten oder wollen. Legen wir also los!

Ethereum: Zweitgrößte Kryptowährung der Welt und Rückgrat der DeFi-Branche

Ethereum (ETH) gilt als zweitgrößte Kryptowährung mit einer Marktkapitalisierung von über 43 Mrd. USD. Das tägliche Tradingvolumen liegt aktuell bei rund 13 Mrd. USD laut Daten von CoinMarketCap. Zudem gilt das Ethereum-Netzwerk als Rückgrat der DeFi-Branche. Denn größtenteils basieren die genutzten Tokens auf dem ERC-20 Tokenstandard. Dementsprechend wird die Performance von Ethereum auch mit der Performance von DeFi gekoppelt.

Diese Verknüpfung, wenngleich technisch korrekt, hat aber weniger Korrelation mit dem tatsächlichen Preis von ETH, als erwartet. Laut mehreren Analytikern würde ein erwartetes Platzen der DeFi-Blase sogar zu einem bullischen Impuls beim Währungspaar ETH/USD führen. Moment! Platzen der DeFi-Blase? Da müssen wir wohl zunächst ein wenig genauer hinsehen.

DeFi liegt nicht nur im Trend, sondern bricht Rekorde

Decentralized Finance (DeFi) ist wohl der Trend innerhalb der Krypto-Szene schlechthin. Und nicht umsonst, denn immerhin stieg der Gesamtwert aller angelegten Assets von nicht mal 1 Mrd. USD auf über 3,5 Mrd. USD. In gerade mal 3 Monaten! Die größte DeFi-Plattform MakerDAO bspw. liegt schon alleine bei knapp 1 Mrd. USD.

Gesamtwert verwahrt an USD in Maker

Quelle: DeFiPulse

Das sind Rekordzahlen. Und dabei bleibt es nicht! Denn wenn wir uns die einzelnen Token der DeFi-Welt so ansehen, dann können wir nur Staunen und den Kopf schütteln. Nehmen wir yearn.finance (YFI) als Beispiel. Die Entwickler der noch jungen DeFi-Plattform gaben einen eigenen Token heraus, um – in ganz dezentraler Manier – alle Angelegenheiten der Plattform auch dezentral zu steuern. YFI soll dabei total wertlos sein, laut den Entwicklern.

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Nun, die Rechnung wird jetzt etwas verwirrend. Wir haben also einen Token (YFI), der total wertlos ist. Doch dank Uniswap kamen mehrere Millionen USD an täglichem Tradingvolumen in den wertlosen Token. Damit wuchs der Preis von YFI in nur einer Woche nach Listing um das 100-fache an! Der nachfolgende Chart sieht fast schon wie ein Werk aus Photoshop aus:

yearn.finance (YFI) Chart

Quelle: CoinGecko

 

Platzen der DeFi-Blase wäre positiv für Ethereum

Beispiele wie eben sind in der DeFi-Branche keine Ausnahmen. Die zunehmende Anzahl an Tokens bedeutet aber auch, dass das Ethereum-Netzwerk mit einer zunehmenden Anzahl an Transaktionen zu kämpfen hat. Dies scheint ein Mitgrund dafür zu sein, dass die Transaktionskosten im ETH-Netzwerk auf den Stand von 2015 gestiegen sind.

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Ethereum 2.0 befindet sich zwar – erwartungsgemäß – nicht mehr zu weit entfernt, allerdings dürfte das Upgrade und die Umstellung von Proof of Work auf Proof of Stake laut der Aussage einiger ETH-Entwickler wohl bis zu 2 Jahre dauern. Und vorerst läuft ja auch noch das (hoffentlich) finale Testnet „Medalla“.

Die DeFi-Branche wächst also massiv schnell. Da wir aber von der Börse wissen, dass kein Kurs immerzu nur steigen kann und schnelle Anstiege meist nicht allzu lange anhalten, darf auch beim „DeFi-Boom“ irgendwann von einer Phase der Abkühlung bzw. – und um in den Fachjargon zu wechseln – Korrektur ausgegangen werden. Das „Platzen“ dieser „Blase“ würde also a) mit stark fallenden Kursen von DeFi-Tokens und b) mit Entlastungen für das ETH-Netzwerk und erwartungsgemäß fallenden Transaktionskosten einhergehen. Unter dem Strich wäre dieses „Platzen der Blase“ also keine negative Sache für Ethereum.

Technische Analyse von Ethereum (ETH) zeigt Potenzial und Schwächen

Zum Zeitpunkt dieses Artikels befand sich der Preis von Ethereum (ETH) bei über 390 USD. Im Wochenchart sehen wir zudem den signifikanten Anstieg von ETH seit März 2020. Allerdings stagniert der Trend seit dem Hoch vom 02. August und das ETH/USD Währungspaar verläuft seither eher seitwärts.

Ethereum (ETH) im Wochenchart

Quelle: Tradingview

Technische Indikatoren wie bspw. der angezeigte RSI zeigen uns im Wochenchart bisweilen ein bullisches Bild. Wir sehen keine bärischen Divergenzen, welche auf eine Preisumkehr hindeuten könnten. Allerdings ist der RSI im überkauften Bereich bei über 70, was darauf hindeuten könnte, dass der Preis von ETH sein aktuelles Momentum ausgeschöpft hat und nun erstmal korrigieren muss.

Im Tageschart bekommen wir dann aber erste Schwächesignale. Seit dem Hoch vom 02. August 2020 stagniert der Trend und das ETH/USD Währungspaar verläuft seither zwischen über 400 USD und 372 USD. Letzteres Preisniveau ist auch die aktuelle Unterstützungszone, welche den Preis immer wieder Auftrieb verlieh. Die Unterstützungszone wird auch durch das 78,60 % Fibonacci Level unterstützt.

Ethereum (ETH) im Tageschart

Quelle: Tradingview

Das Unterstützungslevel bei 372 USD kann aber nicht ewig halten. Wir sehen auch eine bärische Divergenz im RSI, auf die der Preis bisweilen aber nicht reagierte. Die Seitwärtsbewegung gepaart mit dem Nachlassen an stark bullischen Bewegungen deutet auf nachlassendes Momentum hin. Ein mögliches Indiz dafür, dass Ethereum (ETH) eventuell ein vorläufiges Top gefunden hat.

Stundencharts unterstützen die Erkenntnisse aus dem Tageschart

Der 4-Stunden-Chart unterstützt ein bärisches Szenario. Wie wir sehen findet der Preis Halt bei 372 USD, allerdings kann eine fallende Trendlinie bisweilen nicht überwunden werden. Das sich daraus ergebende Chartmuster könnte als abfallende Triangel gewertet werden, also ein bärisches Umkehrsignal.

Ethereum (ETH) im 4-Stunden-Chart

Quelle: Tradingview

Für ein bullisches Szenario spricht am Ende aber immer noch der Wochenchart. Und wie wir vielleicht wissen überschreiben Signale der größeren Zeiträume die Signale der kleineren Zeiträume. Insoweit könnten die bärischen Signale auch nur auf eine zeitweise Abkühlung des Aufwärtstrends hinweisen, während ein Ausbruch auf zunächst ~459 USD erfolgen könnte.

Als Zusammenfassung lässt sich festhalten, dass der Preis von Ethereum (ETH) gegenwärtig unter Druck steht. Obwohl der Wochenchart weiterhin bullisch bleibt, senden die kleineren Zeiträume bärische Signale. Auch hier wieder der Hinweis, dass die eigene Recherche vor Eröffnung von Handelspositionen immer notwendig ist und die Erkenntnisse aus der vorliegenden Analyse lediglich Wahrscheinlichkeiten darstellen und keine Voraussagen mit irgendwelchen Garantien.

Die Spekulation an den Finanzmärkten ist immer auch mit hohen Verlustrisiken verbunden und wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass diese vorliegende Analyse keine Finanzberatung darstellt und keine Ermutigung zu Investitionen jedweder Art.

Thomas Schmied
Über den Autor

Thomas Schmied ist freier Autor, Journalist, Ghostwriter, Schreibcoach & Kommunikationsberater seit 15 Jahren. Kurzum: Thomas ist jemand, der mit Worten umgehen kann. Zeitgleich ist er aber auch begeistert von Daten, Zahlen und Programmcode.

Diese Leidenschaften führten ihn von zahllosen (Fach-)Texten zu allgemeinen Wirtschaftsmeldungen. Schnell ging es von dort zu Finanznachrichten und der Börse. In die Börse verliebt, gab sich Thomas dem Trading hin. Über die Begeisterung für das Programmieren und die Börse war der Weg in die Krypto-Szene nicht mehr weit.

Heute verbindet er seine Vorlieben miteinander: Er tradet Krypto-Assets, er schreibt über Krypto-Themen und arbeitet nebenbei noch an Entwicklungsprojekten aus der Kryptobranche mit.

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