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Analyse: Chainlink (LINK) – Von 0,11 auf 20 USD in knapp 3 Jahren

chainlink

Chainlink (LINK) erblickte mit einem Initial Coin Offering (ICO) im September 2017 das Licht der Welt. Damals wurde der auf dem Ethereum Netzwerk basierende ERC20 Token noch für 0,11 USD angeboten. Heute, knapp 3 Jahre später, steht LINK bei einem Wert von knapp über 20 USD.  Grund genug uns die Kryptowährung und die Oracles mal genauer anzusehen.

Während Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) die zwei größten Kryptowährungen der Welt sind, gibt es Tausende weitere Coins und Tokens. Mit dem immer rasanteren Boom der DeFi-Branche kommen auch immer mehr digitale Währungen hinzu. Heute wollen wir uns Chainlink (LINK) zuwenden. Das Projekt wurde bereits 2015 entwickelt, ehe es im September 2017 zum Initial Coin Offering (ICO) kam. Ein LINK Token war damals 0,11 USD Wert und das ICO endete nach Erreichen der Summe von 32 Mio. USD.

Heute schreiben wir das Jahr 2020. LINK produzierte zuletzt ein Allzeithoch nach dem anderen und beendete seine bullische Reise vorerst bei knapp über 20 USD. Von 0,11 USD auf 20 USD in nicht mal ganz 3 Jahren! Sehen wir uns an, was Chainlink so wertvoll macht und was es eigentlich mit den Oracles auf sich hat.

Das Geheimnis hinter den Oracles

Rein fundamental betrachtet sieht Chainlink einer steigenden Nachfrage entgegen. Dabei geht es nicht um die Kryptowährung an sich, sondern um den Service, den das Projekt anbietet. Namentlich handelt es sich dabei um Chainlink Oracles. Was das ist? Nun, die knappe Antwort lautet: Eine zuverlässige Möglichkeit externe Daten in interne Vorgänge der Blockchain einzubeziehen. Aber diese Antwort reicht natürlich nicht aus.

Die längere Antwort lautet: Smart Contracts sind eigentlich gar nicht so smart. Zwar ermöglichen Smart Contracts die logische Ausführung von komplexen Aufgaben, aber gleichzeitig können diese Contracts nicht auf externe Daten zugreifen. Wann immer also Daten von Quellen außerhalb der Blockchain benötigt werden, damit Smart Contracts ihre Funktion erfüllen können, braucht es eine Lösung. Genau hier kommen Oracles ins Spiel, also sozusagen der (Achtung: Wortspiel) Link zwischen Echtzeitdaten und Smart Contracts auf der jeweiligen Blockchain.

Steigende Nachfrage setzt Chainlink ab von der Konkurrenz

In unserer letzten Analyse zu Ethereum (ETH) haben wir bereits die Branche der Dezentralisierten Finanzen (DeFi) behandelt. Wir fanden heraus, dass das Ethereum Netzwerk mit dem ERC20 Tokenstandard das Rückgrat für den überwiegenden Großteil der DeFi-Plattformen bildet. Chainlink auf der anderen Seite ist für so manche DeFi-Protokolle ebenso essenziell. Denn es braucht oftmals externe Daten. Synthetix (SNX) wäre hierfür ein Beispiel. Und ja, Chainlink hat Konkurrenz bekommen! Dennoch ist das dezentrale Oracles Netzwerk dem Wettbewerb um Längen voraus.

Da wären zum Beispiel das Decentralized Information Asset (DIA), das DOS Network (DOS) oder auch Aeternity (AE). Mit einer Marktkapitalisierung von 19,63 Mio., 36,53 Mio. bzw. 57,86 Mio. USD aber nicht wirklich relevant für Chainlink. Der nennenswerteste Konkurrent ist wohl das Band Protocol (BAND) mit einer Marktkapitalisierung von 286,66 Mio. USD und einem steigenden Interesse von Investoren und Tradern. Chainlink (LINK) steht dem Ganzen mit einer Marktkapitalisierung von 5,3 Mrd. USD gegenüber und dem Platz 6 der Kryptowährungen sortiert nach eben dieser Marktkapitalisierung.

Massiver Anstieg des Preises seit Anfang Juli 2020

Fundamental steht es also gut um Chainlink (LINK). Aber die Nachfrage nach Oracles besteht nicht erst seit ein paar Monaten. Der rasante Kursanstieg von nicht mal ganz 5 USD auf knapp über 20 USD fand aber erst mit dem 06. Juli 2020 seinen Anfang. Das sind schlappe 300 % Preissteigerung bis zum Allzeithoch vom 16. August. Über 300 % in 41 Tagen. Der Bitcoin legte in derselben Zeit lediglich über 37 % zu, Ethereum immerhin um rund 100 %. Nun, eine Menge an Preissteigerung kann LINK dem Boom rund um DeFi verdanken. Ein anderer Faktor ist der massive Aufwind in nahezu allen Kryptomärkten seit Anfang Juli 2020.

Chainlink (LINK) im Tageschart

Quelle: Tradingview

Es wird also höchste Zeit, dass wir uns der technischen Analyse zuwenden. Denn die Geschichte und die fundamentalen Begebenheiten in allen Ehren, beides verrät uns aber nicht, wohin es wahrscheinlich mit dem Preis von LINK gehen wird.

Wie kam es nochmal von unter 5 USD zu knapp über 20 USD?

Am 16. August 2020 erreichte der Preis von LINK sein letztes Allzeithoch bei 20,09 USD gemäß dem Tageschart von Bittrex für das Währungspaar LINK/USD. Zuvor kam es am 06. Juli 2020 zu einem bullischen Ausbruch der Widerstandszone bei 4,85 USD, was einen rasanten Anstieg des Preises nach sich zog. LINK trotzte dabei sogar mehreren bullischen Preisbewegungen des Bitcoin (BTC). In den meisten Fällen ergeht es den Kursen von Altcoins nicht so gut, wenn die größte Kryptowährung der Welt impulsiv zulegt.

Chainlink (LINK) im Tageschart

Quelle: Tradingview

Wie wir sehen können, bewegte sich LINK zum Zeitpunkt dieses Artikels bei knapp über 15 USD. Der Preis gab nach seit dem letzten Allzeithoch und die nächste Unterstützung wartet erst bei 13 USD, darunter dann bei 10,30 USD. Letztere Unterstützung wird zudem gestärkt durch die Präsenz des 50-Tage gleitenden Durchschnitts.

Der Relative Strength Index (RSI) ist derweilen nicht mehr im überkauften Bereich und abnehmend. Dennoch sehen wir eine versteckte, bullische Divergenz. Dies ist ein Signal zur Trendfortsetzung. LINK befindet sich in einem starken, bullischen Trend, weshalb dieses Signal nicht weiter verwunderlich ist. Dennoch schenken wir dem Signal Beachtung, da eine mögliche Trendfortsetzung uns auf die nächsten Widerstände blicken lassen sollte.

Ein Abendstern zum Allzeithoch für LINK

Der Preis nimmt stetig ab seitdem das Allzeithoch bei 20,09 USD erreicht wurde. Zustande kam dieser bärische Verlauf durch ein Muster, welches sich aus den Kerzen im Chart ergibt. Gemeint ist der sog. Abendstern (Evening Star). Dies ist ein bärisches Umkehrsignal mit signifikanter Auswirkung, sofern es an relevanten Kursmarken auftritt. In diesem Fall war es ein Allzeithoch, also eine Kursmarke mit entsprechender Relevanz.

Chainlink (LINK) im Tageschart

Quelle: Tradingview

Das Muster führte zu einem signifikanten Sturz des Preises auf zunächst ~16 USD. Dort kam es zu einer kurzzeitigen Unentschlossenheit im Markt, wodurch sich ein Doji (Kerze mit sehr kleinem oder gar keinem Körper) bildete. Die nächste bärische Kerze brachte dann eine erneute Entscheidung mit einem Muster, welches als „Bearish Engulfing“ bekannt ist. Ein Signal, dass die Verkäufer (Bären) den Preis unter Kontrolle haben und weiter nach unten drücken wollen.

Kleinere Zeiträume geben uns weitere Einblicke in den Preis von LINK

Gegenwärtig sieht es im Tageschart danach aus, als würde LINK zunächst die Region um die 13 USD ansteuern. An dieser Stelle müssten die Preisbewegungen dann beobachtet werden, um eine weitere Reiserichtung absehen zu können. Deshalb blicken wir in die kleineren Zeiträume, um dort womöglich genauere Informationen zu erhalten, wo die Reise hingehen könnte.

Chainlink (LINK) im 4-Stunden-Chart

Quelle: Tradingview

Im 4-Stunden-Chart sehen die Preisbewegungen kurz nach Erreichen des Allzeithochs stark nach einem (zumindest vorläufigen) Top aus. Ein „Top“ beschreibt eine obere Grenze innerhalb eines Kurses, die gegenwärtig nicht überschritten werden kann. Zumeist tritt dies auf, weil das bullische Momentum stark abnimmt und der Kaufdruck einfach nicht mehr ausreicht, um das hohe Preisniveau weiter zu halten. Der Preis von LINK verlief über viele Stunden hinweg praktisch seitwärts, ehe das Allzeithoch erreicht wurde und der Preisnachlass begann.

Zudem sehen wir eine weitere Unterstützung bei 15,25 USD, welche zum Zeitpunkt des Artikels leicht unterschritten wurde. Allerdings hatte die Kerze auch noch 3 Stunden Laufzeit.

Der 1-Stunden-Chart unterstützt eine Reise von LINK hin zu 13-14 USD

Im 1-Stunden-Chart befindet sich der Preis gegenwärtig zwischen den 78,60 % und 61,80 % Fibonacci Levels. Da das 61,80 % Level als beliebter Umkehrpunkt zählt, könnte ein Erreichen der Kursmarke bei ~14,26 USD interessant werden. Eine Umkehr in die bullische Richtung würde darauf hindeuten, dass LINK erneut in Richtung 16,80 USD unterwegs wäre. Ein erfolgreicher Durchbruch über das 78,60 % Fibonacci Level könnte dann den Weg zu einem erneuten Test des Allzeithochs ebnen.

Chainlink (LINK) im 1-Stunden-Chart

Quelle: Tradingview

Sollte das 61,80 % Level hingegen keinen Aufwind verleihen, sehen wir LINK höchstwahrscheinlich bei der genannten Unterstützung bei 13 USD. Knapp darunter liegt dann auch das 50 % Fibonacci Level. Interessanterweise befindet sich auch bei der zweiten Unterstützung (10,30 USD) ein Fibonacci Level (38,20 %). Erst ein bärischer Bruch bei ~8,45 USD würde den Aufwärtstrend von LINK ins Wanken bringen.

Langfristig bullisch, kurzfristig bärische Korrektur

Zusammenfassend sehen wir Chainlink (LINK) in einer fundamental starken Situation. Der DeFi-Boom hat kein Ende in Sicht und die Nachfrage nach Oracles würde auch ohne neue DeFi-Protokolle weiterhin steigen. Zudem kann Chainlink namhafte Unternehmen als feste Geschäftspartner aufweisen. Die Marktkapitalisierung dürfte demnächst auch Bitcoin Cash (BCH) überholen und Chainlink somit auf Platz 5 der größten Kryptowährungen der Welt befördern. Das ergibt eine langfristig positive Aussicht mit denkbar günstiger Ausgangslage für erneut steigende Preise.

Die technische Analyse zeigt, dass seit Erreichen des Allzeithochs bei knapp über 20 USD wohl ein Top erreicht wurde. Diese Einschätzung deckt sich auch mit den Erkenntnissen anderer Analysten und Trader. Der Preis ist gegenwärtig bärisch und befindet sich womöglich in einer Korrekturphase. Ein mögliches Ziel ist dabei zunächst 14,26 USD, darunter dann 13 USD. Ein Fall unter die Unterstützung bei 10,30 USD wäre auf Grundlage der gegenwärtigen Signale eher überraschend.

Zum Schluss noch ein kleines, spekulatives „Schmankerl“:

Chainlink (LINK) im 1-Stunden-Chart

Quelle: Tradingview

Sollte der Preis von LINK das Allzeithoch erneut überbieten (was eine erneute Preisumkehr in die bullische Richtung voraussetzt), so könnte ein mögliches Ziel bei rund 24 USD liegen. Diese Wahrscheinlichkeit ist gegenwärtig aber ebenso gering, wie ein Fall unter 10,30 USD. In jedem Fall rufen wir an dieser Stelle ausdrücklich zur eigenen Recherche vor Eröffnung von Handelspositionen auf! Denn die Erkenntnisse aus der vorliegenden Analyse dienen lediglich als Wahrscheinlichkeiten und stellen keine Voraussagen mit irgendwelchen Garantien dar.

Die Spekulation an den Finanzmärkten ist immer auch mit hohen Verlustrisiken verbunden und wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass diese vorliegende Analyse keine Finanzberatung darstellt und keine Ermutigung zu Investitionen jedweder Art.

Thomas Schmied
Über den Autor

Thomas Schmied ist freier Autor, Journalist, Ghostwriter, Schreibcoach & Kommunikationsberater seit 15 Jahren. Kurzum: Thomas ist jemand, der mit Worten umgehen kann. Zeitgleich ist er aber auch begeistert von Daten, Zahlen und Programmcode.

Diese Leidenschaften führten ihn von zahllosen (Fach-)Texten zu allgemeinen Wirtschaftsmeldungen. Schnell ging es von dort zu Finanznachrichten und der Börse. In die Börse verliebt, gab sich Thomas dem Trading hin. Über die Begeisterung für das Programmieren und die Börse war der Weg in die Krypto-Szene nicht mehr weit.

Heute verbindet er seine Vorlieben miteinander: Er tradet Krypto-Assets, er schreibt über Krypto-Themen und arbeitet nebenbei noch an Entwicklungsprojekten aus der Kryptobranche mit.

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