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Analyse: Steht ICON (ICX) vor einem bullischem Ausbruch?

Die Volatilität der letzten Woche wollte bisher nicht so ganz auf den Preis von ICON (ICX) übergehen. Schuld daran könnte ein Chartmuster sein, welches einen bullischen Ausbruch von ICX befürwortet.

Die Krypto-Branche ist immer wieder erstaunlich! Wenn wir den Blick über Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und Co. hinauswagen, dann stoßen wir auf mehr und mehr verblüffende Ideen, Konzepte und zugehörige Projekte. Einige davon sind noch sehr jung und vielleicht erst 2019 oder gar 2020 gegründet worden. ICON (ICX) gehört da fast schon zur „älteren“ Generation. Dennoch lohnt sich ein Blick auf das dezentrale Blockchain-Netzwerk, welches sein Hauptaugenmerk auf Interoperabilität legt.

Was ist nochmal ICON?

ICON beschreibt sich selbst als allgemeines Blockchain-Protokoll. Der Konsensmechanismus läuft via DPoS (Delegated Proof-of-Stake) und die zugehörige, native Kryptowährung ist ICX. Auf ICON laufen zudem Smart Contracts und ein Governance Protokoll namens DPoC (Delegated Proof-of-Contribution). Die Blockchain, das Herz des Netzwerks kann dabei hunderte Transaktionen pro Sekunde verarbeiten. Soweit zum technischen Teil! 

Gegründet wurde ICON, um die Integrität von Daten, die zwischen Institutionen und Unternehmen ausgetauscht werden, zu gewährleisten. Das Ganze sollte ohne zentralisierte Einheit auskommen, damit niemand diesen Informationsfluss kontrollieren kann. Auf lange Sicht wollte ICON aber auch schon immer eine Art „Interchain“ werden, also ein Netzwerk, welches multiple andere Blockchains miteinander verbindet.

ICX im Tageschart

Abseits der Ideen und Konzepte der Projekte verlaufen die Kryptomärkte. Für viele Trader an diesen Märkten spielen Fortschritte, Pläne und Umsetzungen bei den einzelnen Projekten keine Rolle. Kurz gesagt: Um eine Handelsposition mit einem 20 bis 50-fachen Hebel für ein paar Stunden oder auch mal Tage zu offenzuhalten, braucht es keine fundamentale Analyse. Zumindest nicht zwingend, wenngleich fundamentale Daten nie schaden. In jedem Fall steht die native Kryptowährung von ICON an diesen Märkten bei – zum Zeitpunkt dieses Artikels am 24.10.2020 – ca. 0,37 USDT.

ICON (ICX) im Tageschart

Quelle: Tradingview

Wir können schön den letzten Anstieg aus dem Juli/August 2020 erkennen. Am 22. August gipfelte dieser rapide Anstieg bei 0,80 USDT, ehe es dann Anfang September 2020 in eine lange Korrektur ging. Wir erkennen sehr schön, welche tragende Rolle die Unterstützungszone bei 0,3477 USDT spielt. Es war die letzte Kursmarke, welche der Preis vor dem intensiven Anstieg testete. Und es ist die Kursmarke, die der Preis von ICX auch jetzt wieder nutzt.

Ein fallender Keil hält den Preis (noch) zurück

Wichtige Kursmarken alleine geben uns keinen Aufschluss über mögliche, zukünftige Preisbewegungen. Gewisse Chartmuster hingegen schon! Zum Beispiel ein fallender Keil im Tageschart! Das ist eine feine Sache, mit der wir so einiges anfangen können. Vor allem gibt uns ein fallender Keil ein eindeutiges Signal: ein Umkehrsignal. Und wovon soll der ICX Preis umkehren? Richtig, vom Abwärtstrend seit Anfang September!

ICON (ICX) im Tageschart

Quelle: Tradingview

Schön! Fallender Keil ist eingezeichnet, ein möglicher Verlauf gefunden. Eine bullische Divergenz im Tageschart gibt es obendrauf, technische Analyse abgeschlossen. Wenn es doch immer nur so einfach wäre! Denn wenngleich wir die eben genannten Signale allesamt finden können, technische Analyse führt immer nur zu gewissen Wahrscheinlichkeiten. Und wahrscheinliche Szenarios bringen auch immer eine Möglichkeit des Scheiterns mit sich.

Hä? Fallender Keil? Bullische Divergenz? Hä?

Ein fallender Keil ist ein Chartmuster, welches aus zwei Trendlinien besteht. Die obere Trendlinie ist dabei stets eine fallende Widerstandslinie. Die untere Trendlinie gilt als Unterstützungslinie und läuft keilförmig auf die fallende Widerstandslinie zu. Zusammen ergibt das dann das Bild eines Keils, der nach unten gerichtet ist. Voraussetzung ist maßgeblich ein Abwärtstrend, der vor Entstehen des fallenden Keils eine intensive Abwärtsbewegung aufweist. Zudem sollten beide Trendlinien mindestens 2 (besser 3) Berührungspunkte aufweisen. Alle genannten Voraussetzungen sind bei ICX erfüllt.

Eine bullische Divergenz ergibt sich immer dann, wenn der Preis selbst tiefere Tiefs bildet (also nach bärisch verläuft), ein technischer Indikator wie z.B. RSI, MACD, MFI, CCI, Stochastik, etc. aber höhere Tiefs bildet. Dieses Auseinanderlaufen von Preis und Indikator deutet auf eine steigende Stärke im Preis hin und kann daher als Umkehrsignal gewertet werden. Zusammen mit dem abnehmenden Volumen und der bullischen Divergenz, bestärkt uns das in der Annahme, dass ICX a) vor einem bullischen Ausbruch steht und b) der fallende Keil Gültigkeit besitzt.

ICX im 4-Stunden-Chart

Nach dieser kleinen Abhandlung über fallende Keile und bullische Divergenzen, wollen wir uns wieder den Charts zuwenden. Den Tageschart hatten wir zuletzt, weshalb wir uns als Nächstes den 4-Stunden-Chart vorknöpfen werden. Hierbei nutzen wir auch die Fibonacci Retracements, welche den gesamten Anstieg seit Mai 2020 messen. Warum? Weil wir die Kernunterstützungen und -widerstände finden wollen. Und dazu eignen sich lange Zeiträume am besten.

ICON (ICX) im 4-Stunden-Chart

Quelle: Tradingview

Der Preis von ICX verläuft also innerhalb eines fallenden Keils und jüngste zwischen 0,3477 USDT (Unterstützungszone aus dem Tageschart) und 0,3991 USDT (Widerstandszone aus dem Monatschart). Übergeordnet sehen wir das 78,60 % Fibonacci Level bei 0,3531 USDT und das 61,80 % Fibonacci Level bei 0,4486 USDT (nahe einer Widerstandszone aus dem Wochenchart). Das führt uns zu 3 möglichen Szenarien:

  • Szenario A: Der Preis von ICS bricht über die fallende Widerstandslinie des fallenden Keils aus und bestätigt den Ausbruch durch erneute Berührung der Widerstandslinie ohne aber dabei wieder zurück in den Keil zu fallen. Dies würde uns höchstwahrscheinlich zum angesprochenen Monatswiederstand bei 0,3991 USDT bringen. Von dort könnte dann ein weiterer Anstieg zum 61,80 % Fibonacci Level erfolgen.
  • Szenario B: Siehe Szenario A, allerdings verfehlt der Preis von ICX hierbei den Monatswiederstand zu brechen und verläuft höchstwahrscheinlich eine Weile seitwärts zwischen 0,3477 USDT und 0,3991 USDT.
  • Szenario C: Der Ausbruch aus dem Keil scheitert bei der Bestätigung. Der Preis von ICX fällt zurück in den Keil und durch die Unterstützungszone bei 0,3477 USDT. In diesem, bärischen Szenario fände sich die nächste Kernunterstützung erst bei 0,2817 USDT.

Insgesamt halten wir Szenario A und B für wahrscheinlicher, als Szenario C. Es gilt bei einem Ausbruch aus dem fallenden Keil auf das Volumen zu achten. Kommt es nur zu wenig oder gar keiner Volumenexpansion, liegen die Chancen recht hoch, dass der Ausbruchsversuch scheitert und Szenario C aktiviert wird. Steigt das Volumen hingegen an, sollte es zu einem der beiden ersten Szenarien kommen.

Fazit zur Analyse von ICON (ICX)

Die noch kürzeren Zeiträume lieferten uns keinerlei signifikante Signale mehr. Der Stundenchart ist bestenfalls als gemischt zu betrachten und die Betrachtung noch kürzerer Zeiträume macht nur wenig Sinn. Insgesamt steht ICX also eine womöglich bullische Phase bevor, die sich maßgeblich durch das Preisverhalten am Monatswiderstand (0,3991 USDT) entscheiden wird. Wenngleich wir die fundamentalen Daten nahezu gänzlich außer Acht gelassen haben ist anzumerken, dass ICON als fundamental solide gilt.

Wie immer gilt es den weiteren Verlauf von Bitcoin (BTC) zu beachten. Die größte Kryptowährung der Welt verläuft noch immer knapp unterhalb von 13.000 USD und weitere volatile Preisbewegungen wie in der jüngsten Vergangenheit sind denkbar. Diese Volatilität könnte die restlichen Kryptomärkte beeinflussen und etwaige Handelsideen mitsamt womöglicher Verläufe zunichtemachen.

Disclaimer: An dieser Stelle sei erwähnt, dass sämtliche, gemachte Angaben ausdrückliche keine Finanzberatung oder Ermutigung zu irgendwelchen Investitionen darstellen. Vor dem Kauf von Kryptowährungen bzw. der Eröffnung von Handelspositionen ist immer eigene Recherche zu betreiben. Der Handel mit Kryptowährungen birgt ein hohes Verlustrisiko und es sollte daher nie mehr Kapital eingesetzt werden, als beim Verlust verschmerzt werden kann. Wir nutzen für unsere Analysen Tradingview.

Thomas Schmied
Über den Autor

Thomas Schmied ist freier Autor, Journalist, Ghostwriter, Schreibcoach & Kommunikationsberater seit 15 Jahren. Kurzum: Thomas ist jemand, der mit Worten umgehen kann. Zeitgleich ist er aber auch begeistert von Daten, Zahlen und Programmcode.

Diese Leidenschaften führten ihn von zahllosen (Fach-)Texten zu allgemeinen Wirtschaftsmeldungen. Schnell ging es von dort zu Finanznachrichten und der Börse. In die Börse verliebt, gab sich Thomas dem Trading hin. Über die Begeisterung für das Programmieren und die Börse war der Weg in die Krypto-Szene nicht mehr weit.

Heute verbindet er seine Vorlieben miteinander: Er tradet Krypto-Assets, er schreibt über Krypto-Themen und arbeitet nebenbei noch an Entwicklungsprojekten aus der Kryptobranche mit.

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