fbpx

Analyse: Kryptomärkte stürzen ab, Bitcoin (BTC) zeitweise unter 10.000 USD

Bitcoin-Logo | Hallo-Krypto.de

Seit rund 2. September 2020 befinden sich die Kryptomärkte in einer Korrektur. Bärische Kurseinbrüche betrafen dabei nahezu alle digitalen Assets. Die Preisverluste betrugen zwischen wenigen Prozent und mehr als 50 % . Der Bitcoin (BTC) fiel im Zuge dessen zum ersten Mal seit 37 Tagen unter die Kursmarke von 10.000 USD.

(Analyse vom 05.09.2020)

Glücklicherweise sollte der Ausflug unter die 10.000 USD nicht allzu lange anhalten. Dennoch war es für viele „Bitcoiner“ ein Schreckmoment, der sicherlich unschöne Erinnerungen aus der mühevollen Seitwärtsbewegung aus dem Juni und Juli 2020 hervorrief. So massiv die Kurseinbrüche auch schienen, die Kryptomärkte waren überhitzt. Die massiven Rallys bei vielen digitalen Währungen verlangten förmlich nach einer Korrektur. Und wie wir in der technischen Analyse sehen werden, kündigte sich die Korrektur beim Bitcoin schon länger an.

Fundamentale Lage rundum den Bitcoin bleibt unverändert positiv

Da es in den vergangenen Wochen nur wenige Meldungen zur fundamentalen Situation rundum den BTC gab, wollen wir direkt in die technische Analyse einsteigen. Erwähnenswert wäre aber die Tatsache, dass die Schweiz, spezieller der Kanton Zug, in der Massenadoption voranschreiten. Ab 2021 sollen Steuerzahlungen bis zu einer Höhe von 100.000 CHF in Bitcoin und Ethereum möglich sein. Ansonsten blieb die fundamentale Lage für die größte Kryptowährung der Welt unverändert.

Weiterhin wollen wir an dieser Stelle auf unsere erste Analyse zum Bitcoin (BTC) verweisen. In dieser Analyse gingen wir von einem bullischen Trend sowohl kurzfristig, als auch langfristig aus. Gleich vorweg: An diesem Sentiment hat sich nichts geändert. Die jetzige Korrektur war nicht nur absehbar, sondern auch gesund. Schauen wir uns am besten direkt an, wie es zum Absturz kam und was und die Geschehnisse über die zukünftigen Preisbewegungen verraten!

Top to Bottom: Der Wochenchart als erste Anlaufstelle

Wir beginnen im Wochenchart. Dort erkennen wir zunächst die fallende Widerstandslinie beginnend beim Allzeithoch des Bitcoins aus dem Dezember 2017. Dieser Widerstand konnte am 27. Juli 2020 gebrochen bei 10.500 USD gebrochen werden und der Kurs des Währungspaares BTC/USD setzte sich daraufhin bei über 11.000 USD fest. Der Kernwiderstand bei ca. 11.828 USD bereitete mehrfach Schwierigkeiten und bei 12.000 USD war dann mehrfach endgültig Schluss.

Bitcoin (BTC) im Wochenchart

Quelle: Tradingview

Der Wochenchart ist dennoch bullisch. Wir erreichten nach dem Ausbruch über 11.000 USD ein neues höheres Hoch, verfehlen aber bisweilen ein weiteres höheres Hoch oberhalb von 13.500 USD. Der jüngste Kurseinbruch bildet aber ersichtlich wohl nur ein höheres Tief, was zusammen mit dem höheren Hoch einen Aufwärtstrend bestätigt. Und Trends in den großen Zeiträumen sind erfahrungsgemäß starke Signale.

Fibonacci Retracements geben dem Wochenchart mehr Kontext

Weiterhin verrät uns der Wochenchart zusammen mit den Fibonacci Retracements gleich mehrere interessante Dinge. Erstens: Der jüngste Absturz des Preises des BTC führte in die Nähe des 61,80 % Levels. Dieses Level gilt unter Analysten und Tradern als beliebte Kursmarke für eine Preisumkehr. Zweitens: Der Preis stürzte durch das 50 % Level bei 11.413 USD, welches seit Wochen bereits Unterstützung für den Preis leistete. Drittens: Ein neues Hoch oberhalb von 13.500 USD müsste durch das 38,20 % Level geschehen. Dieses Fibonacci Level gilt aber auch als beliebter Punkt für eine mögliche Preisumkehr.

Bitcoin (BTC) im Wochenchart

Quelle: Tradingview

Ansonsten sehen wir ein nachlassendes Volumen seit dem Ausbruch über 10.500 und 11.000 USD. Das deutet darauf hin, dass der Bitcoin (BTC) ein wenig Luft zum Durchatmen benötigte und infolgedessen an bullischem Momentum verlor. Mehrere gescheiterte Versuche durch 12.000 USD zu brechen führten dann zur Konsequenz: einer Korrektur. Der Relative Strength Index (RSI) zeigt derweilen keine Besonderheiten und liegt oberhalb eines Wertes von 50.

Der Tageschart des Bitcoin (BTC) unter der Lupe

Was uns der Wochenchart nur im Groben zeigte, sehen wir im Tageschart viel genauer. Der Preis des BTC fiel am 02. September in die Hände der Bären (Verkäufer) und fiel am 03. September 2020 dann auf zeitweise unter 10.000 USD. Die Gegenbewegung vom 04. September 2020 zeigt, dass eine Verbindung aus Unterstützung bei 10.000 USD und 100-Tage gleitender Durchschnitt (rote Linie) bei 10.265 USD den Absturz aufhalten konnten. Allerdings stand der Gegenbewegung dann der Widerstand bei 10.500 USD im Weg.

Bitcoin (BTC) im Tageschart

Quelle: Tradingview

Der Absturz an sich kündigte sich jedoch bereits durch eine bärische Divergenz im RSI am 17. August 2020 an. Der Bitcoin schoss damals auf knapp 12.500 USD, konnte das hohe Preisniveau allerdings nicht halten. Die Folge war ein Fall zurück auf das 50 % Fibonacci Level, ein erneuter, schwacher Test bei 12.000 USD und dann der gegenwärtige Einbruch. Allerdings sehen wir auch eine versteckte, bullische Divergenz über einen langen Zeitraum im RSI. Das gibt Hinweise auf eine Fortsetzung des bullischen Trends, sofern eine Bestätigung erfolgt.

Möglicher Hammer im 4-Stunden-Chart?

Wenn wir uns in die kleineren Zeiträume begeben, dann sehen wir erneut die versteckte, bärische Divergenz im RSI. Divergenzen in mehreren, unterschiedlichen Zeiträumen besitzen mehr Gültigkeit, was die Annahme einer bullischen Trendfortsetzung stärkt. Wir sehen zudem den gescheiterten Versuch die 10.500 USD zu Durchbrechen und als Unterstützung zu bestätigen. Eine mögliche, steigende Trendlinie könnte allerdings durch einen Hammer bestätigt werden. Dies ist eine Kerze mit kaum bis keinem Docht nach oben und der generellen Form eines Hammers.

Bitcoin (BTC) im 4-Stunden-Chart

Quelle: Tradingview

Sollte sich die aktuelle 4-Stunden-Kerze als Hammer bestätigen, so könnte ein bullischer Impuls einen erneuten Test bei 10.500 USD ergeben. Darüber wäre dann der Weg frei bis 11.000 USD. Beachtenswerte Kursmarken oberhalb von 10.500 wären 10.700 und 10.800 USD, wenngleich beide Widerstände als gering eingestuft werden können.

Die Lage im Stundenchart

Der Stundenchart untermauert die Erkenntnisse aus dem 4-Stunden-Chart, bisweilen. Auch hier sehen wir eine versteckte, bärische Divergenz im RSI. Allerdings lief die Stundenkerze zum Zeitpunkt dieses Artikels noch, was die Bestätigung der Divergenz unmöglich machte. Sollte es aber zu einer solchen Divergenz in Verbindung mit einem Hammer kommen, so könnte das bullische Momentum diesmal ausreichen, um den Widerstand bei 10.500 USD zu nehmen. Dieser Widerstand fällt zusammen mit dem 50 % Fibonacci Level des gesamten Anstieges seit Ende Juli 2020.

Bitcoin (BTC) im Stundenchart

Quelle: Tradingview

Probleme könnte dabei die Präsenz des 50-Stunden gleitenden Durchschnitts (gelbe Linie) bei 10.567 USD machen. Es wäre eine vertretbare Annahme, dass dieser gleitende Durchschnitt als eine vorläufig fallende Widerstandslinie fungiert. Der erste Absturz konnte beim 61,80 % Fibonacci Level aufgefangen werden. Ein erneutes Scheitern bei 10.500 allerdings könnte den Preis des BTC dazu bewegen erneut Unterstützung unterhalb von 10.000 USD zu suchen. Die nächste Unterstützung wäre dann in der Region um 9.650 bis 9.600 USD (Stichwort: CME Gap).

Fazit zur Analyse des Bitcoin (BTC)

Eine Korrektur des Bitcoin (BTC) wurde von Analysten und Tradern schon länger angenommen. Seit seinem Anstieg vom 27. Juli 2020 bestätigte der Bitcoin keine Unterstützungszonen unterhalb von 10.500 USD mehr. Dies geschah jetzt durch das mehrfache Scheitern bei 12.000 USD und nachvollziehbare Signale des Preises im Vorfeld. Der Gesamtverlauf des BTC bleibt dennoch bullisch, sowohl im Wochen- und Tageschart, als auch in den kleineren Zeiträumen.

Die technische Analyse legt vertretbar dar, dass sich der Preis womöglich in der nächsten Zeit erholen wird. Wichtige Kursmarken auf dem Weg zurück zu 11.000 USD sind dabei 10.500, 10.700 und 10.800 USD. Oberhalb von 11.000 USD wartet dann bei 11.400 und 11.800 USD weiterer Widerstand. Die Bären hatten jetzt schließlich Zeit ihre Verkaufsorders in den Auftragsbüchern zu setzen. Und wenn das nächste Mal ein Einbruch beim Bitcoin (oder auch anderen Kryptowährungen) passiert lohnt sich der nachfolgende Leitsatz, ehe Panikverkäufe getätigt werden: When in doubt, zoom out!

Bitcoin (BTC) im Tageschart

Quelle: Tradingview

Die Spekulation an den Finanzmärkten ist immer auch mit hohen Verlustrisiken verbunden und wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass diese vorliegende Analyse keine Finanzberatung darstellt und keine Ermutigung zu Investitionen jedweder Art.

Thomas Schmied
Über den Autor

Thomas Schmied ist freier Autor, Journalist, Ghostwriter, Schreibcoach & Kommunikationsberater seit 15 Jahren. Kurzum: Thomas ist jemand, der mit Worten umgehen kann. Zeitgleich ist er aber auch begeistert von Daten, Zahlen und Programmcode.

Diese Leidenschaften führten ihn von zahllosen (Fach-)Texten zu allgemeinen Wirtschaftsmeldungen. Schnell ging es von dort zu Finanznachrichten und der Börse. In die Börse verliebt, gab sich Thomas dem Trading hin. Über die Begeisterung für das Programmieren und die Börse war der Weg in die Krypto-Szene nicht mehr weit.

Heute verbindet er seine Vorlieben miteinander: Er tradet Krypto-Assets, er schreibt über Krypto-Themen und arbeitet nebenbei noch an Entwicklungsprojekten aus der Kryptobranche mit.

Schreibe eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.