fbpx

Analyse: Ethereum (ETH) bei über 500 USD noch vor ETH 2.0?

4 bullische Tage in Folge. Das ist das bisherige Ergebnis von Ethereum (ETH). Und wenngleich dieses Ergebnis nicht berauschend klingen mag, es sind die ersten vier bullischen Kerzen in Folge, seit dem Absturz vom 20. September, die nicht bei 360 USD umkehrten.

Seit 08. Oktober 2020 befinden sich die Kryptomärkte im Aufwind. Die Zündung betätigte diesmal niemand Geringeres als Jack Dorsey, Mitgründer und CEO von Twitter und Square. Denn Square investierte 1 % des Gesamtvermögens in Bitcoin (BTC). Das führte zu einem erwarteten Preisanstieg der größten Kryptowährung der Welt und zog die anderen Kryptomärkte mit sich. Wir wollen uns aber nicht dem BTC widmen, sondern dem Preis von ETH. Und ein paar fundamentalen Daten. Los gehts!

Ethereum geht es fundamental wunderbar… dank DeFi

Ethereum (ETH) muss und wird mit Decentralized Finance (DeFi) in Verbindung gebracht werden. Denn die allermeisten DeFi Protokolle basieren auf dem ERC20 Tokenstandard und laufen demnach auf dem Ethereum Netzwerk. Das mag so manchem Nutzer ab und an „nerven“, denn die Transaktionskosten des Ethereum Netzwerks explodierten deshalb in der Vergangenheit immer wieder mal. Mal abwarten, vielleicht bringt ETH 2.0 ja bald eine Besserung.

Jedenfalls zeigte ein Quartalsbericht von DappRadar zu Q3/2020, dass Ethereum der Konkurrenz in Sachen DeFi weiter davonrennt. 12 Blockchains kamen insgesamt auf 125 Mrd. USD an Transaktionsvolumen. Eine Steigerung von 113 Mrd. USD im Vergleich zu Q2/2020. 96 % des gesamten Transaktionsvolumens fielen dabei alleine auf Ethereum (119,5 Mrd. USD). Damit steigerte Ethereum das eigene Transaktionsvolumen durch DeFi innerhalb nur eines Quartals um 109 Mrd. USD!

Täglich aktive Adressen wachsen… auf dem Rücken von Uniswap

Auch schaffte es Ethereum auf mehr als 52.000 aktive Adressen in Sachen DApps im vergangenen Q3/2020. Die meisten dieser Adressen sind dabei Uniswap (UNI) zuzuschreiben. Denn das Einhorn ist die mit Abstand beliebteste dezentralisierte Exchange (DEX) und kommt auf tägliche Transaktionsvolumen in Höhe von Coinbase. Eine beachtliche Leistung und ein eindrucksvoller Beleg für das Interesse, die Nutzung und die Nachfrage nach DeFi und dezentralisierten Handelsplattformen.

Ethereum (ETH) kann davon stark profitieren. Und das mit Abstand! Wenngleich namhafte Konkurrenz im Markt ist (u.a. Binance Smart Chain, Tron, Polkadot, EOS, NEO, WAVES), die Skalierungsprobleme und Überlastungserscheinungen des Ethereum Netzwerks scheinen die allermeisten DeFi Projekte nicht davon abzuhalten, auch weiterhin auf ETH zu setzen. Der Preis der zweitgrößten Kryptowährung der Welt, spiegelt dies allerdings noch nicht so recht wider.

Ein Wochenchart, ein eindeutiges Bild

Der Wochenchart präsentiert den Preis von ETH seit März 2020 (Stichwort: Black Thursday) in einem konstanten Aufwärtstrend, der im Juli 2020 dann an Intensität zunahm. Die größeren Kerzen sind ein Beleg dieser Zunahme. Allerdings fand der Ausflug von Ethereum auf über 480 USD dann Anfang September 2020 ein Ende. Der Preis stürzte zusammen mit den anderen Kryptomärkten in eine Korrekturphase. Von zeitweise 310 USD ging es seither wieder nach oben. Die langen Kerzendochte (markiert in Grün) sind Belege für den absorbierten Verkaufsdruck.

Ethereum (ETH) im Wochenchart

Quelle: Tradingview

Ansonsten präsentiert sich der Kursverlauf insgesamt bullisch. Das Hoch aus Juni 2019 bei 363 USD wurde überboten und die eingezeichnete Trendlinie (aufsteigende Unterstützungslinie) ist intakt. Schön zu sehen ist auch, wie der Preis diese Linie immer wieder respektiert. Na gut, nicht der Preis, sondern die Marktteilnehmer, die hinter den Preisbewegungen stecken. Denn der Preis bewegt sich schließlich nicht zufällig, „von alleine“ oder gar chaotisch.

Tageschart von ETH im „Moon Mode“

Der Tageschart präsentiert sich seit dem Ausbruch des Bitcoin (BTC) vom 08. Oktober 2020 im „Moon Mode“. Das bedeutet „stark steigend“. Was das mit dem Mond zu tun hat? Extreme Kursanstiege mit abschließendem Abverkauf haben oftmals die grobe Form einer Rakete. Und Letzteres braucht es, um bis zum Mond zu kommen. Nach dieser kurzen Begriffserklärung können wir uns nun dem Tageschart endgültig zuwenden.

Hier sehen wir den Absturz von Anfang September 2020 im Detail. Schön sind auch hier wieder die langen, unteren Kerzendochte zu sehen. Mehrfach absorbierter Verkaufsdruck ließ den Preis wieder steigen. Doch 400 USD und wenig später auch 360 USD stellten größere Hürden dar. Letztere Widerstandszone konnte nun zurückerobert werden, nun arbeiten die Bullen an 379 USD. So zumindest der Stand der Dinge zum Zeitpunkt dieses Artikels.

Ethereum (ETH) im Tageschart

Quelle: Tradingview

Der RSI Indikator zeigt derweilen keine Auffälligkeiten. Nach einer sichtbaren Seitwärtsphase, liest sich der aktuelle Wert bei 56. Das ist das bullische Revier des Indikators und bis zur überkauften Zone bei 70 und mehr ist noch genug Platz. Der Preis von ETH verlief auch über dem 50-Tage gleitenden Durchschnitt (gelbe Linie) und damit über allen 3 gleitenden Durchschnitten (50, 100 und 200 Tage).

Was wir zudem entdecken können, ist ein schönes Beispiel für „Price Action“ bzw. den Kampf zwischen Bullen und Bären. Vor dem aktuellen Anstieg drückten die Bären den Preis von 20. bis einschließlich 23. September stark. Bei ~322 USD war damit dann Schluss, aufgrund einer Unterstützungszone und der aufsteigenden Unterstützungslinie. Der Folgetag zeigte eine stark bullische Kerze, die zusammen mit der vorangegangenen bärischen Kerze das „Bullish Engulfing“ Muster zeichnete. Nach Schwächen bei 360 USD wurde die Trendlinie erneut getestet, wobei die längeren Kerzendochte nach unten einmal mehr den absorbierten Verkaufsdruck andeuteten. 

Inside Bar im 4-Stunden-Chart

Die bisherigen Rückschlüsse aus Wochen- und Tageschart führen uns zu einem weiteren Anstieg des Preises von ETH. Voraussetzung ist dazu selbstverständlich ein erfolgreicher Bruch der Widerstandszone bei 379 USD. Kurzfristige Preisumkehr wäre dabei weder ungewöhnlich, noch auszuschließen. Im 4-Stunden-Chart zeigt sich diese mögliche, kurzfristige Preisumkehr. Wir sehen einen RSI Indikator im überkauften Bereich und eine bärische Gegenbewegung. Eine recht schwache Gegenbewegung, oder?

Ethereum (ETH) im 4-Stunden-Chart

Quelle: Tradingview

Wir sehen eine große bullische Kerze, die von einer kleineren, bärischen Kerze beantwortet wurde. Das ist ein sog. „Inside Bar“ Muster. Die bärische Kerze liegt mitsamt ihren Dochten komplett in der Preisspanne der vorherigen, bullischen Kerze. Ein solches Muster nahe an Unterstützungen und Widerständen kann eine Gegenbewegung ankündigen. Eine Trendumkehr ist aber nicht zu erwarten. Nicht beim aktuellen Sentiment an den Kryptomärkten. Außerdem brechen kehren Trends, die seit Monaten anhalten, nicht schlagartig um. Das kündigt sich meist schon weit vorher an!

Weitere Price Action im Stundenchart

Der Stundenchart zeigt das Bild des 4-Stunden-Chart mit mehr Details. Wir sehen den starken Anstieg von ETH, ehe es zu einer bärischen Kerze mit langem Docht nach oben und kleinen Körper kommt. Das ist ein sog. Doji, also Unentschlossenheit im Markt. Es ging hoch und runter, aber am Ende schloss der Preis nahe seines Eröffnungspreises. Der lange Kerzendocht zeigt aber dennoch absorbierten Kaufdruck. Demnach musste es erstmal ein wenig nach unten gehen.

Ethereum (ETH) im Stundenchart

Quelle: Tradingview

Das Volumen hat zudem stark abgenommen. Dies deutet gepaart mit entsprechendem Preisverhalten und signifikanten Kursmarken meist auf Korrekturen hin. Eine längere Korrektur ist gegenwärtig allerdings nicht zu erwarten, immer unter der Voraussicht, dass das Sentiment an den Kryptomärkten nicht plötzlich dreht. Also am besten den Bitcoin (BTC) gut beobachten, denn die Leitwährung der Kryptomärkte deutet diese Wechsel im Sentiment meist sehr zuverlässig an.

Schlusswort zur dieswöchigen Analyse von Ethereum (ETH)

Wie wir mithilfe der Charts, der Muster und der Signale gesehen haben, befindet sich Ethereum (ETH) in einem intakten Aufwärtstrend, der bereit seit März dieses Jahres anhält. Die Korrekturen aus dem September 2020 bestätigten die aufsteigende Unterstützungslinie. Zudem konnten die Bullen den hartnäckigen Widerstand bei 360 USD durchbrechen, wenngleich noch nicht wieder als Unterstützung bestätigen.

Insgesamt ist der Preis von ETH als bullisch einzustufen und sollte erwartungsgemäß nach kurzer Korrektur oder auch Konsolidierung die 379 USD knacken. Dies ist immer unter der Berücksichtigung eines weiterhin positiven Sentiments zu betrachten und bezieht etwaige, makroökonomische Geschehnisse nicht mit ein. Wir haben ja die letzten Wochen gesehen, was z.B. Negativschlagzeilen aus den USA anrichten können. Damit einen sicheren Handel und bis nächste Woche!

Disclaimer: An dieser Stelle sei erwähnt, dass sämtliche, gemachte Angaben ausdrückliche keine Finanzberatung oder Ermutigung zu irgendwelchen Investitionen darstellen. Vor dem Kauf von Kryptowährungen bzw. der Eröffnung von Handelspositionen ist immer eigene Recherche zu betreiben. Der Handel mit Kryptowährungen birgt ein hohes Verlustrisiko und es sollte daher nie mehr Kapital eingesetzt werden, als beim Verlust verschmerzt werden kann. Wir nutzen für unsere Analysen Tradingview.

Thomas Schmied
Über den Autor

Thomas Schmied ist freier Autor, Journalist, Ghostwriter, Schreibcoach & Kommunikationsberater seit 15 Jahren. Kurzum: Thomas ist jemand, der mit Worten umgehen kann. Zeitgleich ist er aber auch begeistert von Daten, Zahlen und Programmcode.

Diese Leidenschaften führten ihn von zahllosen (Fach-)Texten zu allgemeinen Wirtschaftsmeldungen. Schnell ging es von dort zu Finanznachrichten und der Börse. In die Börse verliebt, gab sich Thomas dem Trading hin. Über die Begeisterung für das Programmieren und die Börse war der Weg in die Krypto-Szene nicht mehr weit.

Heute verbindet er seine Vorlieben miteinander: Er tradet Krypto-Assets, er schreibt über Krypto-Themen und arbeitet nebenbei noch an Entwicklungsprojekten aus der Kryptobranche mit.

Schreibe eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.