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Analyse: Bitcoin (BTC) zeigt sich stark trotz schlechter Nachrichten

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Für den Bitcoin (BTC) als Leitwährung der Kryptomärkte, hätte die 40. Kalenderwoche des laufenden Jahres kaum turbulenter werden können. Doch trotz schlechter Nachrichten, zeigt sich der BTC Preis stark und hält sich oberhalb von 10.500 USD.

Erst der millionenschwere Hack der Kryptobörse KuCoin, dann ein zeitweise stärkerer US-Dollar. Doch wer Ende letzter Woche oder auch Anfang dieser Woche dachte, dass das schon alles gewesen wäre, was den Preisverlauf von Bitcoin beeinflussen würde, der irrte sich. Denn eine negative Meldung über die größte Handelsplattform für Krypto-Derivate und Covid-19 sollten die erstgeborene Kryptowährung massiv unter Druck bringen.

US-Behörden gehen gegen BitMEX vor

Das US-amerikanische Department of Justice (DoJ) erhob diese Woche Anklage gegen die Gründer der Kryptobörse BitMEX. CEO Arthur Hayes, Samuel Reed, Benjamin Delo und dem ersten Angestellten der Handelsplattform, Gregory Dwyer, werden u.a. Verstöße gegen die Anti-Geldwäsche-Richtlinien, Verstöße gegen die Richtlinien zur Verifizierung von personenbezogenen Daten und das illegale Betreiben einer Derivatebörse vorgeworfen. BitMEX wurde 2014 gegründet und offenbar liefen Ermittlungen schon seit Sommer 2019.

Natürlich ist das ein schwerer Schlag für die Krypto-Branche und eben auch die Kryptomärkte. Doch die größte Kryptowährung der Welt steckte das weg und erholte sich schnell von einem Sturz um 3,52 %. Zeit zum Aufatmen sollte Bitcoin jedoch nicht bleiben. Denn schon am 02. Oktober 2020 folgte eine weitere Schockmeldung, die den BTC Preis nach unten zog. Dabei sollte die weltweite Pandemie durch den neuartigen Coronavirus Covid-19 eine Schlüsselrolle spielen.

US-Präsident Donald Trump testet positiv auf Covid-19

Nachdem bekannt wurde, dass einer der persönlichen Berater von US-Präsident Donald Trump positiv auf Covid-19 getestet wurde, erfolgten auch entsprechende Tests beim US-Präsidenten und seiner Frau. Beide Tests fielen positiv aus und das Präsidentenpaar begab sich in Quarantäne. Die US-Finanzmärkte reagierten entsprechend negativ auf diese Schockmeldung und damit auch Bitcoin und die Kryptomärkte.

Der Bitcoin (BTC) zeigt bekannterweise eine Korrelation mit dem US-Aktienmarkt. Die Erkrankung von Donald Trump an Covid-19 verunsicherte die Marktteilnehmer dermaßen, dass dieser Aktienmarkt zunächst stürzte. Damit ließ auch der BTC Preis nach, um rund 4,25 %. Abermals eine starke Leistung und ein Beleg dafür, dass der Bitcoin Markt deutlich gereift ist und Negativmeldungen nicht mehr zu massiven Volatilitäten führen, die um 1.000 USD oder mehr in die ein oder andere Richtung ausschlagen.

Bitcoin (BTC) im Tageschart

Wir wollen uns entfernen von den Nachrichtenmeldungen uns sehen, was der Preisverlauf des Bitcoins zu erzählen hat. Dabei fangen wir direkt im Tageschart an. Im August 2020 hielt sich der BTC Preis größtenteils oberhalb von 11.000 USD auf. Auch testete der Preis mehrfach Preisniveaus bei oder oberhalb von 12.000 USD. Dies geschah durch einen explosiven Ausbruch Ende Juli 2020, als der Bitcoin (BTC) eine fallende Widerstandslinie beginnend beim Allzeithoch aus dem Dezember 2017 durchbrach.

Am 02. September 2020 dann brach der Preis ein und stürzte infolgedessen zeitweise sogar auf weniger als 10.000 USD. Dieser Absturz ist aus Sicht der technischen Analyse nachvollziehbar, da die Formation aus dem August 2020 an ein Chartmuster namens „Head and Shoulders“ erinnert. Dieses Chartmuster wird generell mit einer Preisumkehr in Verbindung gebracht. Beim Preisverlauf des Bitcoins aus dem August und den Events ab Anfang September trifft dies zu.

Bitcoin (BTC) im Tageschart

Quelle: Tradingview


Nach dem Head and Shoulders Chartmuster ging es für den Bitcoin klar ersichtlich in die Tiefe. Was wir aber mit Erstaunen feststellen dürfen, ist eine steigende Unterstützungslinie, die bereits seit Mai 2020 intakt scheint. Wir sehen deutlich, wie der BTC Preis nach dem Sturz immer wieder diese Unterstützungslinie respektiert.

Ansonsten sehen wir einen recht seitwärts gerichteten Preisverlauf. Zwar sehen wir nach wie vor höhere Tiefs, doch scheint die Intensität der Preisbewegungen nachgelassen zu haben. Am 16. September 2020 testete der Bitcoin zuletzt die Marke bei 11.000 USD und darüber, scheiterte aber. Die aktuellen Unterstützungen und Widerstände finden sich bei 10.150 und 10.484 USD bzw. 10.857 und 11.187 USD.

Die Fibonacci Retracements im 4-Stunden-Chart

Fibonacci Retracements sind ein Zeichenwerkzeug in der technischen Chartanalyse, welches als äußerst umstritten gilt. Manche lieben es, andere hassen es. Aber wie so oft in der technischen Analyse, gehört der Einsatz bestimmter Werkzeuge beim einen Analysten einfach dazu, während ein anderer darauf verzichtet.

Im nachfolgenden 4-Stunden-Chart sehen wir uns den jüngsten Preisverlauf mit den unter Zuhilfenahme der Fibonacci Retracements an. Denn die sich daraus ergebenden Kursmarken sind bedeutungsvoll. Beispielsweise sehen wir, dass der BTC Preis nach dem Sturz von Anfang September mehrfach Unterstützung beim 61,80 % Fibonacci Level finden konnte. Dieses Level gilt als beliebter Punkt für eine Preisumkehr.

Bitcoin (BTC) im 4-Stunden-Chart

Quelle: Tradingview



Zudem sehen wir, dass die vorher genannten Unterstützungs- und Widerstandszonen allesamt recht nah bei Fibonacci Leveln liegen. Zum Zeitpunkt dieses Artikels befand sich der BTC Preis nahe der steigenden Trendlinie bei 10.544 USD. Wenngleich das 61,80 % Fibonacci Level zuletzt nicht ganz erreicht wurde, alleine die Präsenz dieses Levels so nah an einer wichtigen Unterstützungszone und einer aufsteigenden Trendlinie, ist eine schlechte Nachricht für die Bären.

Doch der Bitcoin braucht dringend wieder höhere Hochs! Und dafür müssten 11.000 USD erreicht werden. Dies gestaltet sich gegenwärtig sichtlich schwierig, zumal das 38,20 % Fibonacci Level auch als beliebter Punkt zur Preisumkehr gilt.

Wohin geht es mit dem BTC Preis?

Diese Frage ist an sich schon schwer zu beantworten, vor allem auch deshalb, weil die gegenwärtigen Faktoren, die Einfluss auf den Preisverlauf des Bitcoins nehmen, externe Faktoren sind. Namentlich die Entwicklungen rundum BitMEX, aber auch an den US-Finanzmärkten und beim US-Dollar. Aber vielleicht kann uns der Stundenchart ja wenigstens eine kurzfristige Einschätzung ermöglichen.

Wie wir nachfolgend erkennen können, bildete sich jüngst eine bullische Divergenz im RSI Indikator. Dies ist allerdings eine Divergenz in einem der kleineren Zeiträume und daher entsprechend wenig einflussreich. Dennoch, der Preis reagierte und steigt seit der Divergenz wieder. Erwartbar wäre jetzt – unter normalen Umständen – dass der Preis des BTC auf die Widerstandszone bei 10.654 USD zusteuert.

Bitcoin (BTC) im Stundenchart

Quelle: Tradingview

Ein Durchbruch durch diese Widerstandszone würde den Weg auf ~10.750 bis 10.800 USD freimachen. Spätestens bei 10.800 USD müssten technische Signale und vor allem das Preisverhalten aber erneut betrachtet werden. Unter der Berücksichtigung der Tatsache, dass der Wochenchart immer noch bullisch wirkt, wäre ein solches Szenario durchaus denkbar. Dieses Szenario missachtet allerdings sämtliche, externe Faktoren, die auftreten könnten.

Dann wäre da natürlich noch das Narrativ des CME Gaps bei 9.600 USD. Dieses gilt es eigentlich immer noch zu schließen, wofür der BTC Preis aber erst mal dorthin verlaufen müsste. Wie wahrscheinlich das ist? Aus Sicht unserer Analyse eher unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Bleibt dieses Gap aber, werden wir dieses Narrativ und die damit verbundene Furcht vor einem Einbruch des Kurses wohl nie los.

Schlusswort zur dieswöchigen Analyse

KuCoin Hack, BitMEX Anklagen in den USA, Erkrankung des US-Präsidenten an Covid-19… der Bitcoin (BTC) erlebt gegenwärtig stürmische Zeiten. Dennoch beweist der BTC Preis Stärke. Noch 2016, 2017 oder auch 2018 hätten solcherlei Meldungen massive Einbrüche nach sich gezogen. Das zeigt uns, dass die Reife des Marktes und seiner Marktteilnehmer resistenter geworden ist gegenüber Nachrichtenmeldungen. Das ist bullisch!

Zusammen mit der fundamentalen Situation kann der Bitcoin (BTC) nur als stark bullisch eingestuft werden. Der aktuelle Preisverlauf spiegelt dies noch nicht wider, aber wir haben auch noch Zeit. Der aktuelle Marktzyklus ist noch früh. Q4/2020 wird jedenfalls ein spannendes Quartal werden für die Kryptomärkte und mit gewagter Voraussicht kündigen wir auch schon mal einen heißen Sommer 2021 an. Mit diesen Worten verabschieden wir uns bis zur nächsten Woche und wünschen starke Hände beim Handel an den Kryptomärkten.

Die Spekulation an den Finanzmärkten ist immer auch mit hohen Verlustrisiken verbunden und wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass diese vorliegende Analyse keine Finanzberatung darstellt und keine Ermutigung zu Investitionen jedweder Art.

Thomas Schmied
Über den Autor

Thomas Schmied ist freier Autor, Journalist, Ghostwriter, Schreibcoach & Kommunikationsberater seit 15 Jahren. Kurzum: Thomas ist jemand, der mit Worten umgehen kann. Zeitgleich ist er aber auch begeistert von Daten, Zahlen und Programmcode.

Diese Leidenschaften führten ihn von zahllosen (Fach-)Texten zu allgemeinen Wirtschaftsmeldungen. Schnell ging es von dort zu Finanznachrichten und der Börse. In die Börse verliebt, gab sich Thomas dem Trading hin. Über die Begeisterung für das Programmieren und die Börse war der Weg in die Krypto-Szene nicht mehr weit.

Heute verbindet er seine Vorlieben miteinander: Er tradet Krypto-Assets, er schreibt über Krypto-Themen und arbeitet nebenbei noch an Entwicklungsprojekten aus der Kryptobranche mit.

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