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Adaption sorgt für Akzeptanz sorgt für Bekanntheit sorgt für …….

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In der Kryptowelt und den Medien werden viele Begriffe virtuos genutzt, nur dass sie leider nicht immer das beschreiben, was man eigentlich ausdrucken möchte. Dieser Artikel ist als ein Hinweis, als eine Bitte gemeint, bei der Nutzung von Sprache wieder etwas genauer zu sein – schon um der Verständlichkeit und letzlich auch der Güte der Botschaft willen.

Neues zu etablieren dauert seine Zeit, ist in der (jungen) Sprache sind Bitcoin & Co. schon angekommen, z.B. der Begriff HODLn – nicht zuletzt dank Kool Savas‘ Vorarbeit im Hype 2017/18.

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Allerdings: neue Technologien oder gar deren Nutzung zu etablieren, dauert wesentlich länger. Es ist die Krux vieles Neuen, dass man zu Beginn auf etwas angewiesen ist, dass es zwar technisch bereits gibt, aber nicht überall angeboten wird.

Sehr gern, nahezu inflationär wird in Bezug auf Kryptowährungen und Blockchain im Moment der Begriff Adaption verwendet, um Bekanntheit auszudrücken. Das ist rein sprachlich so naja, eigentlich falsch, aber umgangssprachlich etabliert. Inhaltlich allerdings sind es konkret unterschiedliche Begriffe.

Bekanntheit drückt genau das aus, was das Wort sagt: etwas ist zu einem gewissen Grad bekannt. Adaption hingegen bedeutet, dass dieses etwas benutzt, eingesetzt, verwendet wird. Beide kommen sehr gut auch ohne einander aus, etwas kann sehr bekannt aber fast nicht genutzt sein (Quantencomputer, Space Shuttle, Kassettenrekorder, …), genauso wie etwas sehr stark verwendet werden kann, ohne dabei sonderlich bekannt zu sein (Lambdasonde, Algorithmen, …) – die Dinge, die man benutzt, ohne sich darüber groß Gedanken zu machen. Das ist letztlich Akzeptanz.

Ist genau das erreicht, nämlich die Verwendung durch jedermann, ohne dass diese Person darüber nachdenkt oder etwas Besonderes tun muss, dann ist die Adaption gelungen. Und das ist ziemlich genau das Ziel, das viele Blockchain- und Kryptowährungs-Projekte aktuell verfolgen: Akzeptanz, ihre Technologie im Massenmarkt verankern.

Alle Begriffe haben durchaus eine Wechselwirkung zueinander. Je mehr Adaption, desto mehr Bekanntheit (zumindest in der ersten Phase, bis es dann normal ist und als mithin „vergessen“ wird) und aller Voraussicht nacht auch mehr Akzeptanz. Je mehr Bekanntheit, desto mehr Adaption, weil eben immer mehr als normaler Bestandteil wahrgenommen. Je mehr Bekanntheit, desto mehr Akzeptanz.

Ein Beispiel:
Ein Geschäft mit vielen Kunden, sagen wir ein Supermarkt, akzeptiert Zahlungen in Bitcoin. Das ist Adaption, die Technologie wird eingesetzt. Vielleicht wird sie zunächst noch nicht oft genutzt. 

bitcoin accepted hereEs kleben aber an allen Kassen und auch sonstwo Aufkleber mit dem Bitcoin-Logo. Die Kunden (er-)kennen mit der Zeit das orangefarbene ₿ und wissen, das ist Bitcoin und damit kann man bezahlen, wenn man will. Tun sie aber (noch) nicht. Das ist Bekanntheit. Es entsteht ein Informations-Effekt, der aus Adaption heraus zu Bekanntheit führt.

Irgendwann ändern die Kunden ihr Verhalten, probieren das mit diesen Bitcoins mal aus, gewöhnen sich daran, nutzen sie mehr und mehr, weil immer mehr Adaption es für sie einfacher macht und dadurch immer mehr Bekanntheit entsteht. Es entsteht ein Nachfrage-Effekt, der aus Bekanntheit heraus zur Massenadaption und der Integration in den Alltag führt. Es wird „Normal“, ist akzeptiert, man denkt nicht mehr darüber nach, weiß im Zweifel auch nichts (mehr) über die technischen Grundlagen oder vergisst diese mit der Zeit kollektiv

Beispiel:
Fragen Sie mal einen 12-jährigen, was ein Modem ist. Kennt er nicht. Weiß er nicht. Dabei ist das Ding ein wesentlicher Bestandteil seines Alltags. Immer, wenn sein Smartphone sich in das Mobilfunknetz einbucht, findet genau das statt, was damals in den 1990er-Jahren noch mit viel Getöse und Gefiepe daherkam – der digitale Handshake zweier Netzwerkkomponenten. Nur dass man heute kein Modem mehr gesondert betreibt, das ist alles integriert und funktioniert, ohne dass man sich im Einzelnen darum kümmern muss.

Zu guter Letzt sei an dieser Stelle noch auf den Unterschied zwischen AdAption und AdOption hingewiesen, den Autor Daniel Wenz bereits im vergangenen Herbst in der ersten Deutschstunde von CryptoMonday (Link) thematisiert hat. Aber das ist eine andere Geschichte.

Über den Autor

Rolf Leder wurde 1972 geboren. Er ist seit über 25 Jahren in unterschiedlichen Positionen im Kundenservice-, IT- und Prozessumfeld tätig.

Er sorgt als Vermittler und Dolmetscher dafür, dass die Anwender, die Fachanforderer und die IT eine gemeinsame Sprache finden.

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